GeldpolitikWeidmann fordert offene Debatte über EZB-Kurs
18.09.2012, 14:45 Uhr
Der
Bundesbank-Chef plädiert für einen öffentlichen Diskurs über den Kurs
der EZB. Der beste Schutz gegen Versuchungen der Geldpolitik sei eine
aufgeklärte Gesellschaft. Doch die EZB sieht mehr Transparenz skeptisch.
Bundesbank-Chef Jens Weidmann. Quelle: dapd
Weidmann eröffnete das Kolloquium des Instituts für
bankhistorische Forschung (IBF) mit der Forderungen nach mehr
Information und Transparenz. „Der beste Schutz gegen die Versuchungen
in der Geldpolitik ist eine aufgeklärte und stabilitätsorientierte
Gesellschaft.“
Weidmann
stemmt sich vehement gegen Staatsanleihenkäufe durch die Europäische
Zentralbank (EZB). Die EZB hatte vor knapp zwei Wochen beschlossen,
notfalls unbegrenzt Anleihen von Krisenstaaten wie Spanien und Italien
zu kaufen, um so deren Zinslast zu drücken. Weidmann wurde von
EZB-Präsident Mario Draghi als einziger Gegner des Programms öffentlich
gemacht. Für Weidmann sind Anleihenkäufe zu nah an einer verbotenen
Staatsfinanzierung mit Hilfe der Notenpresse.
Die Unabhängigkeit der Notenbanken diene „im Kern dazu, glaubwürdig sicherzustellen, dass sich die Geldpolitik ungehindert darauf konzentrieren kann, den Geldwert stabil zu halten“, sagte der Bundesbank-Präsident. „Durch den staatlichen Zugriff auf die Notenbank in Verbindung mit großem staatlichem Finanzbedarf wurde die Geldmenge jedoch häufig zu stark ausgeweitet, das Ergebnis war Geldentwertung durch Inflation.“
Die Unabhängigkeit der Notenbanken diene „im Kern dazu, glaubwürdig sicherzustellen, dass sich die Geldpolitik ungehindert darauf konzentrieren kann, den Geldwert stabil zu halten“, sagte der Bundesbank-Präsident. „Durch den staatlichen Zugriff auf die Notenbank in Verbindung mit großem staatlichem Finanzbedarf wurde die Geldmenge jedoch häufig zu stark ausgeweitet, das Ergebnis war Geldentwertung durch Inflation.“
Mit
der Forderung nach mehr Offenheit weiß Weidmann auch das eigene
Institut hinter sich. In der Debatte über die Geheimniskrämerei der
Europäischen Zentralbank hatte die Bundesbank am Montag für mehr
Transparenz geworben. "Wir hätten kein Problem mit einer zeitnahen
Veröffentlichung der Protokolle", versicherte ein Sprecher der
Bundesbank.
- Seite 1: Weidmann fordert offene Debatte über EZB-Kurs
- Seite 2: EZB-Vertreter fürchten politischen Einfluss
- http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/geldpolitik/geldpolitik-weidmann-fordert-offene-debatte-ueber-ezb-kurs/7148808.html
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