Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Sonntag, 16. September 2012

Schuldenkrise Griechenland soll mehr Zeit für Schuldenabbau bekommen


Schuldenkrise Griechenland soll mehr Zeit für Schuldenabbau bekommen

16.09.2012 ·  Griechenland will mehr Zeit, um seine Schulden an die internationalen Geldgeber zu begleichen. Österreichs Finanzministerin sagt, das könne gehen. Mehr Geld soll es allerdings nicht geben. IW-Chef Michael Hüther fordert insgesamt zehn Jahre Zeit.
Griechenland wird nach den Worten von Österreichs Finanzministerin Maria Fekter mehr Zeit zur Rückzahlung seiner Schulden an die internationalen Geldgeber bekommen. Allerdings darf die Regierung in Athen nicht mit zusätzlichen finanziellen Mitteln rechnen.
In einem am Sonntag veröffentlichten Interview der Zeitung „Österreich“ sagte Fekter auf die Frage, ob Griechenland einen Zahlungsaufschub erhalte: „Ja, wir warten jetzt einmal den Troika-Bericht ab, und Griechenland muss noch einiges auf die Schiene bringen, aber wir werden einen  kostenneutralen Aufschub erreichen.“ Sie führte ihre Äußerung nicht näher aus.

Prüfer legen Bericht im Oktober vor

Die Gläubiger-Troika aus Internationalem Währungsfonds (IWF), Europäischer Zentralbank (EZB) und EU-Kommission überprüft in Athen die Spar- und Reformschritte. Nach den Worten des griechischen Finanzministers werden die Prüfer ihren Bericht in der zweiten Oktober-Hälfte vorlegen. Ohne Zahlungen der internationalen Geldgeber droht Griechenland die Staatspleite. Am Donnerstag hatte Griechenland angekündigt, 40 Inseln verpachten zu wollen.
Seit Monaten fordert das Land für seinen Schuldenabbau zwei Jahre mehr Zeit. Das rund 11,5 Milliarden Euro schwere Sparprogramm könne leichter bewältigt werden, wenn es auf vier statt bislang zwei Jahre angelegt werde, sagte Ministerpäsident Andonis Samaras. „Wir sprechen von einer Streckung bis 2016.“

IW-Chef Michael Hüther: Zehn Jahre Sanierungszeit

Der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, plädierte derweil für einen Zeitraum von zehn Jahren, damit Griechenland seine Wirtschaft sanieren könne: „Die Aufgabe, vor der Griechenland steht, braucht eine Dekade. Das hat man bei der Transformation osteuropäischer Länder gesehen. Im Grunde geht es hier um einen ähnlichen Entwicklungsprozess“, sagte Hüther.
Im Gegenzug forderte er von Griechenland, ein „europäisches Beistandsrecht“ zu akzeptieren. „Das sporadische Überprüfen der griechischen Politik wird in ein laufendes Monitoring überführt“, schlug der IW-Chef vor. „EU-Beamte, die dem Währungskommissar unterstellt sind, sitzen dann ständig in Athen und sorgen dafür, dass Beschlüsse des griechischen Parlaments im Rahmen des Rettungsprogramms auch durchgesetzt werden.“
Quelle: FAZ.NET mit Reuters und Dow Jones

 http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/griechenland/schuldenkrise-griechenland-soll-mehr-zeit-fuer-schuldenabbau-bekommen-11892146.html

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen