Sonntag, 14. Juni 2015

Wenn die Institutionen nicht rasch ein positives Signal gäben, werde die Eurogruppe damit beginnen, Vorbereitungen für einen „Grexit“ zu treffen, sagte Juncker zu Tsipras am vergangenen Donnerstag in Brüssel, wie Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (F.A.S.) erfuhr.

Schuldenkrise in GriechenlandJuncker warnte Tsipras ausdrücklich vor „Grexit“

Klare Worte vom Kommissionspräsidenten: Geben die Institutionen nicht rasch ein positives Signal, trifft die Eurogruppe nach Informationen der F.A.S. Vorbereitungen für Griechenlands Austritt aus der Währungszone.

© REUTERSVergrößernBeim Treffen in Brüssel gab sich Jean-Claude Juncker nach zwischenzeitlichem Ärger wieder mild gestimmt gegenüber Griechenlands Premier Tsirpras. Wie lange hält das an?
EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat den griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras ausdrücklich vor einem „Grexit“ gewarnt. Wenn die Institutionen nicht rasch ein positives Signal gäben, werde die Eurogruppe damit beginnen, Vorbereitungen für einen „Grexit“ zu treffen, sagte Juncker zu Tsipras am vergangenen Donnerstag in Brüssel, wie Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (F.A.S.) erfuhr.
Die Euro-Finanzminister kommen am Donnerstag in Luxemburg zusammen, um über Griechenland zu beraten. Die Geldgeber haben Athen verdeutlicht, dass bis dahin ein schriftliches Abkommen über den Abschluss des laufenden Reformprogramms stehen müsse, damit die letzte Rate von 7,2 Milliarden Euro ausgezahlt werden könne. Am Samstagnachmittag hatten die Griechen neue Vorschläge vorgelegt, um die Differenzen zu den Geldgebern zu überbrücken. Einer Einigung müssen die drei Institutionen EU-Kommission, EZB und IWF zustimmen, bevor die Eurogruppe darüber entscheiden kann.
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F.A.S.Mehr dazu in der Sonntagszeitung vom 14.06.2015. Am Vorabend schon in derF.A.S. -App und als E-Paper.
Laut Juncker sind am Sonntag Gespräche mit griechischen Regierungsvertretern über neue Reformvorschläge auf „einer höheren technischen Ebene“ geplant. Umstritten sind insbesondere Reformen bei den Renten oder der Mehrwertsteuer. Bewegung gibt es hingegen dem Vernehmen nach bei der Zielmarke für den sogenannten Primärüberschuss im Staatsbudget. Damit ist gemeint, wie der Haushalt abschneidet, wenn die Zinsen und Tilgungen des hochverschuldeten Landes ausgeblendet werden. Ursprünglich waren einmal rund drei Prozent der Wirtschaftsleistung angepeilt worden. Die Geldgeber fordern inzwischen für das laufende Jahr ein Prozent; Tsipras soll sich damit abgefunden haben.

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