Dienstag, 18. September 2012

HB FT: Draghi beeindruckt die Skeptiker

Dienstag, 18. September 2012 vorherige Ausgabe » anmelden »

EZB.jpg
Draghi beeindruckt die Skeptiker

Mario Draghis Schwur, den Euro zu retten, beeindruckt die Marktteilnehmer laut » Bloomberg immer deutlicher: In Umfragen sank die Zahl jener, die für 2013 einen Zerfall der Währungsunion erwarten, innerhalb von vier Wochen von 60 auf 50 Prozent. Der Euro hingegen sei auf ein Vier-Monats-Hoch zum Dollar hochgeschnellt - und die Skeptiker sähen nun alt aus. Die»  Neue Zürcher Zeitung ist sich da nicht so sicher: Die EZB könne mit den Käufen rasch an Grenzen stoßen. Der Pool von ausstehenden kurzfristigen Anleihen sei beschränkt und die Ankündigung unlimitierter Käufe habe deshalb statt Substanz ein Element von Marketing. Doch laut » Handelsblatt gehen viele Marktteilnehmer derzeit davon aus, dass der Euro noch weiter steigen könnte. Das unbegrenzte Einschreiten der EZB könnte "auch eine langfristige Lösung darstellen" zitiert das Blatt einen Devisenanalysten der Commerzbank. Die Herausforderung für Draghi beginne erst dann, wenn die Wirtschaft wieder an Fahrt gewinnt, meint die » Süddeutsche Zeitung. Dann müsse er den Leitzins, der beim Rekordtief von 0,75 Prozent steht, wieder erhöhen und das Geld wieder einsammeln, das er auf den Markt geschüttet habe. Die umstrittene EZB-Entscheidung sei eigentlich ein Sieg für Italien, meint die » Welt. Dabei wolle Rom das Anleihe-Programm gar nicht in Anspruch nehmen. Um Hilfe zu fragen, könnte für das Technokraten-Kabinett nämlich kontraproduktiv sein. Seine Daseinsberechtigung bestehe schließlich einzig darin, Italien den Weg zu ersparen, den Griechenland, Irland und Portugal gehen mussten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen