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Dienstag, 18. September 2012

StaatsanleihenkäufeUBS-Präsident Axel Weber kritisiert EZB scharf

StaatsanleihenkäufeUBS-Präsident Axel Weber kritisiert EZB scharf

Bundesbank-Chef Weidmann bekommt Unterstützung von seinem Vorgänger: Auch UBS-Präsident Axel Weber greift die EZB-Politik an. Er glaubt: Anleihenkäufe seien nicht die Lösung, sondern Ursache neuer Probleme.

Axel Weber. Quelle: dapd
Axel Weber. Quelle: dapd
ZürichEs wird immer einsamer um Bundesbank-Präsident Jens Weidmann. Selbst Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble distanzierte sich von Weidmanns wiederholter Kritik an den Staatsanleihen-Käufe durch die EZB. Doch ganz allein ist Weidmann nicht: Unterstützung bekommt der Bundesbank-Chef nun aus der Schweiz - von seinem Amtsvorgänger Axel Weber.

 Weber, der heute Präsident des Verwaltungsrates der Großbank UBS ist, kritisierte die EZB-Politik bei einem Vortrag an der Universität Basel mit deutlichen Worten: Er fürchte, dass "von der Niedrigzinspolitik und der Expansion der Notenbank-Bilanzen neue Verwerfungen an den Finanzmärkten ausgehen können." Sprich: Die Staatsanleihenkäufe seien nicht die Lösung der Eurokrise, sondern die mögliche Ursache neuer Probleme. Noch nie hätten Notenbanken seit dem zweiten Weltkrieg derart massiv in den Wirtschaftskreislauf eingegriffen, so Weber.


Der Ex-Bundesbankpräsident bleibt damit seiner Linie treu. Als die EZB im Zuge der Eurokrise im Frühjahr 2011 zum ersten Mal beschloss, Anleihen von Euro-Krisen-Staaten zu kaufen, um deren Zinskosten zu dämpfen, wollte der damalige Bundesbank-Präsident diese Politik nicht mittragen - und trat zurück. Dabei hatte Weber gute Aussichten, den Vorsitz der EZB zu übernehmen.
Doch der streitbare Wirtschaftsprofessor vertritt auch heute noch die strikte Linie der Bundesbank, dass sich eine Notenbank nur auf die Verteidigung der Geldwertstabilität konzentrieren darf. Dehnt sie ihr Mandat zu weit aus - wie jetzt die EZB - gerät sie unter verstärkten Rechtfertigungsdruck seitens der Politik und droht damit ihre Unabhängigkeit zu verlieren.
Daher mahnte Weber in Basel: "Die geldpoliltischen Maßnahmen der EZB haben zwar eine gewisse Beruhigung gebracht, ich bin aber davon überzeugt, dass die Geldpolitik nicht grundlegenden Schwachstellen im Gefüge der Währungsunion lösen kann."


Weber vermisste aber den Willen der Politik, die Strukturschwächen ernsthaft anzupacken. "Die schwierigen Lösungen, die strukturellen Lösungen, sind jedoch derzeit nicht auf der Agenda der Politik, die jetzigen Lösungen können das Problem aber nur in der Zeit verschieben", mahnte der Ex-Bundesbank-Präsident.
Sein Nachfolger an der Spitze der Bundesbank, Jens Weidmann, wird solche Worte sicher gerne hören. 
 
 

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