Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Mittwoch, 29. Mai 2013

Griechischer Konjunkturoptimismus zeigt sich in Renditekurve

28.05.13

Griechischer Konjunkturoptimismus zeigt sich in Renditekurve

In der vergangenen Woche ist die Rendite zehnjähriger griechischer Anleihen erstmals seit knapp drei Jahren wieder unter die von 30-jährigen Papieren des Landes gefallen. Damit mehren sich die... Von 
In der vergangenen Woche ist die Rendite zehnjähriger griechischer Anleihen erstmals seit knapp drei Jahren wieder unter die von 30-jährigen Papieren des Landes gefallen. Damit mehren sich die Anzeichen, dass sich der Bondmarkt des Landes, das die Euroraum-Schuldenkrise auslöste, bessert.
Die Renditekurve hat sich am 21. Mai erstmals seit Juni 2010 normalisiert, was signalisiert, dass die Anleger hinsichtlich der Konjunkturlage optimistischer werden. Die griechischen Bonds weisen in diesem Quartal die beste Entwicklung weltweit auf, sie kommen auf einen fast achtmal so hohen Ertrag wie die Papiere mit der zweitbesten Performance. Das Handelsvolumen in griechischen Anleihen an den elektronischen Sekundärmärkten dürfte in diesem Monat das höchste seit mindestens zwei Jahren sein.
Nach der größten Umschuldung von Staatsanleihen in der Geschichte haben griechische Bonds zugelegt, da die Anleger darauf setzten, dass das Land in der Europäischen Währungsunion bleiben wird. Die Rally erhielt in diesem Monat Schub, nachdem Fitch Ratings die Bonitätsnote von Griechenland anhob.
Der Renditerückgang sei ein Zeichen, dass die "Märkte gesprochen haben", sagte Ministerpräsident Antonis Samaras am 23. Mai. Er fügte hinzu, dass Griechenland, das seit März 2010 den Bondmarkt nicht mehr angezapft hat, dem Beispiel Irlands folgen und wieder Zugang zu den Kapitalmärkten erlangen könnte, auch wenn das Land sich immer noch in einem Hilfsprogramm befindet.
"Im vergangenen Jahr galten griechische Anleihen als Spekulation, ob das Land aus dem Euro ausscheiden wird, aber jetzt ist es ganz anders", sagt Gabriel Sterne, Ökonom für Festverzinsliche bei Exotix Ltd. in London. "Es gibt immer noch Fundamentalrisiken, aber die Auslöser für etwas Schreckliches sind weniger schwerwiegend geworden. Wir sind zwar noch lange nicht so weit, aber wenn die Renditen weiter fallen, könnten griechische Anleihen ein Vermögenswert werden, in den Anleger investieren wollen."
Exotix habe in der vergangenen Woche die Einstufung griechischer Anleihen von "Verkaufen" auf "Halten" angehoben, schrieb Sterne am 22. Mai in einer Mitteilung an Kunden.
Die Rendite von zehnjährigen griechischen Papieren fiel am 21. Mai unter die Rendite 30-jähriger Anleihen, nachdem sich der Renditeabstand am 16. Mai 2012 auf bis zu 759 Basispunkte ausgeweitet hatte, wie von Bloomberg zusammengestellte Daten zeigen. Eine inverse Renditekurve gilt als Anzeichen, dass die Investoren mehr um kurzfristige Krisen als um die langfristige Solvenz besorgt sind.
Zehnjährige griechische Anleihen rentierten am Dienstag bei 8,82 Prozent. Die Rendite sank am 22. Mai auf 8,10 Prozent, den niedrigsten Wert seit dem 10. Juni 2010. Nach der Umschuldung hatte sie am 31. Mai 2012 ein Hoch bei 30,97 Prozent erreicht. Dreißigjährige Bonds kamen auf eine Rendite von 8,42 Prozent, womit die Renditedifferenz, der Spread, zwischen den Papieren bei 40 Basispunkten lag.
Zum Vergleich: Im März begebene irische Bonds mit Laufzeit 2023 weisen eine Rendite von 3,55 Prozent auf und am 7. Mai über Banken platzierte portugiesische Anleihen mit Fälligkeit 2024 kommen auf eine Rendite von 5,10 Prozent. Beide Länder wollen im nächsten Jahr ihr Hilfsprogramm hinter sich lassen.
Griechische Staatsanleihen haben im laufenden Quartal bis zum 24. Mai einen Ertrag von 31 Prozent eingebracht und sind damit die Wertpapiere mit der besten Performance unter den 26 Märkten, die Bloomberg und die European Federation of Financial Analysts Societies verfolgen. Bundesanleihen haben im gleichen Zeitraum 0,3 Prozent eingebüßt, während portugiesische Bonds mit einem Ertrag von vier Prozent die zweitbeste Performance einfuhren.
"Die jüngste Heraufstufung der griechischen Bonitätsnote, die etwas besseren Konjunkturdaten sowie der fortgesetzte Reformkurs stützen die Anleihen des Landes", erläuterte Nick Stamenkovic, Stratege bei RIA Capital Markets Ltd. in Edinburgh. "In den kommenden Wochen dürfte die zehnjährige Renditen die 8,5-Prozent-Marke erneut testen, möglicherweise sogar die 8- Prozent-Marke."
--Mit Hilfe von Emma Charlton.

Dienstag, 28. Mai 2013

PBA Province Buenos Aires in Zürich verknackt....


Urteil vom 15. Mai 2013
in Sachen
xyKoch, geboren x Juni xx, von Deutschland,
zur Eisernen Hand 25, 64367 Mühltal, Deutschland,

Kläger

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. nn

gegen

Province of Buenos Aires, c/o Credit Suisse, Paradeplatz 8, 8001 Zürich,

Beklagte

betreffend Forderung


Rechtsbegehren:
(act. 2 S. 1 f.)

"1 Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger CHF xy,
zuzüglich Zins zu 7,75% seit dem 23. Oktober 2003 zu zahlen;

2 Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten."
Es wird erkannt:

Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger Fr. xy nebst Zins zu
7,75 % seit 23. Oktober 2003 zu bezahlen.

Die Entscheidgebühr wird auf Fr. xx festgesetzt.
Verlangt keine der Parteien eine schriftliche Begründung des Urteils, so
ermässiqt sich die Entscheidqebühr auf zwei Drittel.

Die Gerichtskosten werden der Beklagten auferlegt und mit den geleisteten
Vorschüssen der Parteien verrechnet.

Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine Parteientschädigung von
Fr xx (inkl. Kosten des Schlichtungsverfahrens) zu bezahlen. Zudem
hat sie dem Kläger den Kostenvorschuss zu ersetzen, soweit er mit den Gerichtskosten
verrechnet wird.

Schriftliche Mitteilung an die Parteien.

Dieser Entscheid erwächst in Rechtskraft, wenn nicht innert 10 Tagen von
der mündlichen Eröffnung an oder, wo eine solche nicht erfolgt, ab der
schriftlichen Zustellung an von einer Partei schriftlich beim Bezirksgericht
Zürich 3 Abteilung, Badenerstrasse 90; Postfach, 8026 Zürich, eine Begrünaung
verlangt wird (Art. 239 ZPO). Wird eine Begründung verlangt, so
läuft den Parteien die Frist zur Erklärung eines Rechtsmittels ab Zustellung
des begründeten Entscheides.


Zürich, 15. Mai 2013
BEZIRKSGERICHT ZÜRICH
3. Abteilung


Griechenland-Hilfsprogramm war ein Fehler


IWFGriechenland-Hilfsprogramm war ein Fehler

Ein Brüsseler Think Tank hat sich die Griechenland-Hilfe genau angesehen und festgestellt: Europa hat einen großen Fehler gemacht. Auch der IWF ist von seiner Rettungsstrategie nicht mehr überzeugt.
Geuro
Es war eine Idee des früheren Deutsche-Bank-Chefvolkswirts Thomas Mayer: Griechenland führt eine Parallelwährung ein, den Geuro, der neben dem Euro im Land zirkuliert. Unternehmen könnten dann ihre Beschäftigten mit dem Geuro bezahlen, diese sich  dafür Lebensmittel und andere Verbrauchsgüter kaufen. Da sich die neue Parallelwährung gegenüber dem Euro schnell abwerten würde, wären griechische Produkte und Dienstleistungen – hier vor allem der Tourismus – schnell wieder wettbewerbsfähig. Nach außen hin könnte das Land weiter in Euro rechnen. Es blieb eine Idee.
Bild: dapd
Das in Brüssel ansässige Bruegel-Institut (Brussels European and Global Economic Laboratory) hat sich wissenschaftlich mit dem seit drei Jahren laufenden Hilfsprogramm für Griechenland auseinandergesetzt. Das Ergebnis der Arbeit des Think Tanks ist ein Schlag ins Gesicht der Europäischen Union: Die Wissenschaftler bezeichnen die Griechenlandhilfen als einen Fehlschlag. Der Schuldenschnitt hätte viel früher kommen müssen, urteilen die Experten. Das Land werde seine Schulden wegen des instabilen Verwaltungssystems und den besonders schlechten Ausgangsbedingungen niemals zurückzahlen können.
Dadurch, dass der Schuldenschnitt erst erfolgte, nachdem das Land bereits 275 Milliarden Euro Hilfsgelder bekommen habe, seien den Steuerzahlern viel zu hohe Lasten auferlegt worden. Dies werde noch zum Streitpunkt werden, wenn die europäischen Geldgeber eingestehen müssen, dass Griechenland nicht in der Lage ist, seine Schulden zurückzuzahlen, so die Brüsseler Wirtschaftswissenschaftler.
Die Aussage ist an sich nicht neu, jedoch findet sie dieses Mal offensichtlich Gehör: Jetzt drängen die Ökonomen des Internationalen Währungsfonds (IWF) darauf, dass hochverschuldete Länder künftig schneller einen Schuldenschnitt machen müssen. Der IWF hätte Griechenland keinen Kredit geben dürfen, sondern hätte auf die Umschuldung drängen müssen, heißt es in einer Studie des IWF. Die Analysen zur Lage Griechenlands seien zu optimistisch gewesen.
WEITERE ARTIKEL
Künftig sollen Schuldenstaaten, die Hilfe vom IWF brauchen, ihre privaten Gläubiger dazu bringen, ihre Kredite freiwillig in Anleihen mit längerer Laufzeit umzuschulden. Außerdem will der IWF seine neugeschaffene Sonderklausel wieder abschaffen, laut der er die Ansteckungsgefahr bei Schuldenländern mit sehr hohen Krediten eindämmen darf. Im Falle Griechenlands hatte der Fonds darauf gesetzt, dass die Geldspritze Zypern & Co. vor einer ähnlichen Pleite zu bewahren. Der Ausgang des Unterfangens ist bekannt.
Immerhin zeichnen die Experten des Bruegel-Instituts für Irland und Portugal ein freundlicheres Bild: Im Fall Irlands sei das Hilfspaket ein Erfolg. Die Hilfen für Portugal seien wahrscheinlich erfolgreich, auch wenn die Wirtschaft immer noch schwach sei.

EU hebt Waffenembargo gegen Syrien auf 27.05.2013, 21:14 Uhr, aktualisiert heute, 01


CHAOTISCHE VERHANDLUNGENEU hebt Waffenembargo gegen Syrien auf

In letzter Minute haben sich die EU-Regierungen auf ein gemeinsames Vorgehen in Sachen Waffenlieferungen für syrische Rebellen geeinigt. Als Sieger dürfen sich Großbritannien und Frankreich fühlen.
Ein syrischer Rebell hält in Aleppo eine Waffe hoch: Die EU-Außenminister beraten über Waffenlieferungen an die Aufständischen in Syrien. Quelle: dpa
Ein syrischer Rebell hält in Aleppo eine Waffe hoch: Die EU-Außenminister beraten über Waffenlieferungen an die Aufständischen in Syrien.Quelle: dpa
BrüsselNach stundenlangem Streit haben die EU-Außenminister am späten Montagabend in Brüssel das Verbot von Waffenlieferungen nach Syrien aufgehoben. Dies ermöglicht es einzelnen EU-Staaten, Waffen an die Aufständischen gegen Syriens Präsident Baschar al-Assad zu liefern.
Zugleich vereinbarten die Minister jedoch, dass alle anderen Sanktionen gegen Syrien weiter gelten sollen. Diese Sanktionen - beispielsweise Einreiseverbote, Verbote von Finanztransaktionen oder ein Verbot von Öllieferungen in die EU - sollen bis zum 1. Juni neu beschlossen werden.

FRANKREICHS AUSSENMINISTENeue Hinweise auf Chemiewaffeneinsatz in Syrien

Wurden im syrischen Bürgerkrieg Chemiewaffen eingesetzt? Frankreichs Außenminister Laurent Fabius sieht dafür immer mehr Hinweise – die französische Tageszeitung „Le Monde“ hat dafür auch Zeugen gefunden.
Frankreichs Außenminister: Neue Hinweise auf Chemiewaffeneinsatz in Syrien
„Das ist das Ergebnis, das wir wollten“, sagte der britische Außenminister William Hague. „Das war natürlich für viele Staaten schwierig und deswegen hatten wir so lange Diskussionen darüber.“ Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle sagte: „Das waren sehr schwierige Beratungen. Es war wirklich Spitz auf Knopf. Es sah eine Zeit lang so aus als wäre keine Einigung mehr möglich.“ Umso wichtiger sei es, dass letztlich doch ein Konsens gefunden worden sei.
Zuvor hatte der österreichische Außenminister Michael Spindelegger die Verhandlungen bereits für gescheitert erklärt. Großbritannien und Frankreich seien nicht bereit gewesen, auf das Recht auf Waffenlieferungen zu verzichten. Österreich lehnte dies energisch ab.
Die nach Spindeleggers Äußerungen schließlich erreichte Lösung trennt erstmals das Waffenembargo von den anderen Sanktionsteilen ab. Waffenlieferungen sind künftig Sache der nationalen Regierungen. Diese können Waffen, die „für den Schutz der Zivilbevölkerung“ bestimmt sind, an die nationale Koalition der Opposition liefern.
Zurück

Montag, 27. Mai 2013

er Frankfurter Rechtsanwalt Christof von Dryander wird neuer Leiter der Rechtsabteilung der Deutschen Bank. Der Partner der amerikanischen Wirtschaftskanzlei Cleary Gottlieb Steen & Hamilton LLP wird Anfang Oktober zunächst Berater des Finanzinstituts. Am 1. Januar beginnt seine Arbeit als Chefsyndikus für die Regionen Deutschland, Zentral- und Osteuropa sowie für die Unternehmensbereiche Vermögensverwaltung

Neuer Jurist für die Deutsche Bank

D er Frankfurter Rechtsanwalt Christof
von Dryander wird neuer Leiter
der Rechtsabteilung der Deutschen
Bank. Der Partner der amerikanischen
Wirtschaftskanzlei Cleary Gottlieb
Steen & Hamilton LLP wird Anfang Oktober
zunächst Berater des Finanzinstituts.
Am 1. Januar beginnt seine Arbeit
als Chefsyndikus für die Regionen
Deutschland, Zentral- und Osteuropa sowie
für die Unternehmensbereiche Vermögensverwaltung

(Asset & Wealth Management)
sowie Privat- und Geschäftskunden
weltweit.
Der 58 Jahre alte Jurist Dryander studierte
Rechtswissenschaften und Volkswirtschaft
in Freiburg und erwarb den juristischen
Mastertitel LLM an der Yale
Law School. Er ist seit mehr als zwanzig
Jahren Partner der Sozietät Cleary Gottlieb
und half 1991 bei der Gründung des
ersten deutschen Büros in Frankfurt.
Die Sozietät, die mit 1200 Anwälten in
der ganzen Welt zu den größten Wirt?
schaftskanzleien zählt, hat in Deutschland
eine kleine, aber exklusive Dependance
mit einem Schwerpunkt auf Unternehmenstransaktionen.
Dryander ist
in Frankfurt, Washington D.C. und
Hongkong als Anwalt zugelassen. „Die
Möglichkeit, eine der weltweit führenden
Banken dabei zu unterstützen, ihre
vielfältigen Geschäftsaktivitäten durch
das Labyrinth von neuen aufsichtsrechtlichen
Anforderungen zu steuern und
eng mit dem Top-Management zusam-
menzuarbeiten, bedeutet eine enorm
spannende Herausforderung“, sagte
Dryander dem juristischen Branchenblatt
Juve. Dryanders Vorgänger Arne
Wittig hatte gekündigt, nachdem das
neue Führungsduo Anshu Jain und Jürgen
Fitschen auch den.weiteren Managementkreis
der Bank umgestaltet und damit
auch die
Rechtsabteilung
stärker international
ausgerichtet
hat. Er wechselt
zum Industrieunternehmen
Thys-
| sen-Krupp. Chris-
| tof von Dryander
| wird an Richard
| Walker in New
York berichten,
der Leiter der globalen
Rechtsabteilung (General Counsel)
und Mitglied des Group Executive
Committee ist. Das Finanzinstitut ist
derzeit in eine Vielzahl von Rechtsstreitigkeiten
verwickelt - insbesondere in
der Dauerauseinandersetzung mit dem
inzwischen verstorbenen Medienmogul
Leo Kirch lauern noch Risiken in Milliardenhöhe.
In die Schlagzeilen geriet das
Finanzinstitut jüngst auch in Zusammenhang
mit Kartellabsprachen rund um
den Referenzzinssatz Libor. Dabei hat
die Bank bei der Europäischen Kommission
Kronzeugenstatus beantragt, durch
den eine mögliche Geldbuße verringert
werden kann. cbu.
FAZ Print 3.9.2012 Nr 205 S 14

Asmussen sieht den Stabilitätspakt in Gefahr


EZB WARNT VOR AUFWEICHUNGAsmussen sieht den Stabilitätspakt in Gefahr

Jörg Asmussen, der Direktor der Europäischen Zentralbank, kritisiert Pläne der EU-Kommission, den Stabilitätspakt zugunsten von Investitionen in den Krisenländern zu lockern. Europa dürfe nicht zwischen guten und schlechten Schulden unterscheiden.
Jörg Asmussen kritisiert Pläne der EU-Kommission, den Stabilitätspakt aufzuweichen. Quelle: dpa
Jörg Asmussen kritisiert Pläne der EU-Kommission, den Stabilitätspakt aufzuweichen.Quelle: dpa
BerlinDer Direktor der Europäischen Zentralbank (EZB), Jörg Asmussen, hat vor Plänen zur Aufweichung des europäischen Stabilitätspakts gewarnt. „Man sollte nicht am Stabilitätspakt herumschrauben”, sagte er am Montag auf einer Veranstaltung der IHK Berlin. Es sei der falsche Weg, bestimmte Teile von Investitionen bei der Berechnung des Defizits herauszurechnen. Es dürfe nicht zwischen guten und schlechten Schulden unterschieden werden. „Jedes Defizit muss am Kapitalmarkt finanziert werden.”
Die EU-Kommission will nach Informationen des Handelsblatts die Schuldenregeln aufweichen. Demnach will die Brüsseler Behörde in Zukunft öffentliche Investitionen bei den Staatsdefiziten teilweise anrechnen, heißt es in Regierungskreisen. Konkret geht es um die Kofinanzierung von EU-Strukturfondsprogrammen. Bei der Förderung durch die EU müssen die Staaten einen Teil der Kosten selbst tragen. Die EU-Kommission will nun vorschlagen, dass diese Mittel auf das Defizit angerechnet werden.

EU-Prognosen für die Krisenländer

  • Frankreich
    Erstmals seit 2009 dürfte die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone in diesem Jahr wieder schrumpfen - wenn auch mit 0,1 Prozent nur minimal. "Die real verfügbaren Einkommen der Verbraucher schwächeln wegen der steigenden Arbeitslosigkeit und höherer Steuern", prophezeit die EU-Kommission. "Das anhaltend ungünstige Unternehmervertrauen dürfte die Investitionen weiter fallen lassen." 2014 wird ein Wachstum von 1,1 Prozent vorhergesagt, doch soll die Arbeitslosenquote trotzdem von 10,6 auf 10,9 Prozent steigen. Auch das Staatsdefizit soll im kommenden Jahr mit 4,2 Prozent etwas höher ausfallen als 2013 mit 3,9 Prozent, was den Schuldenberg auf 96,2 Prozent der Wirtschaftsleistung anschwellen lassen dürfte.
  • Italien
  • Spanien
  • Griechenland
  • Irland
  • Portugal
  • Zypern
Asmussen betonte zugleich, die Geldpolitik der EZB sei expansiv und bleibe dies auch solange wie nötig. Zugleich äußerte er sich skeptisch zu Überlegungen, auf bei der Notenbank geparktes Geld eine Art Strafzins zu erheben. Mit diesem Thema müsse die EZB sehr sorgsam umgehen. „Einige sehen die Diskussion eher offen, ich sehe es weniger offen.”
Auch die FDP lehnt jede Lockerung der Stabilitäts- und Verschuldungsregeln für den Euro ab. In einem Beschluss, den das Parteipräsidium am Montag in Berlin verabschiedete, heißt es: „Ein Aufweichen oder Abweichen von Regeln kommt für die FDP nicht in Frage.“ Dazu zählte FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle auch Ausnahmeregelungen für einzelne Staaten durch sogenannte Investitionsklauseln. Die Bundesregierung müsse solchen Tendenzen von Anfang an widerstehen.

Zurück