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Freitag, 29. Juli 2016

Eine neue Finanzkrise würden die Banken nicht meistern

StresstestEine neue Finanzkrise würden die Banken nicht meistern

Der aktuelle Banken-Stresstest wird für diesen Freitagabend erwartet. Schon im Vorfeld sagt ein Forschungsinstitut: Mit einer neue Finanzkrise würden Europas Banken nicht klarkommen. Und wie steht es um die Deutsche Bank?

© DPADer Banken-Stresstest kommt an diesem Freitagabend heraus.
Eine neue Finanzkrise würden die europäischen Banken nicht überstehen. Zu diesem Ergebnis kommt allerdings nicht der Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) und der Europäischen Zentralbank (EZB), dessen Ergebnisse erst später an diesem Freitagabend vorgelegt werden. Das ist das Resultat aus einem Härtetest des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Wenn die Aktienmärkte in den nächsten sechs Monaten um 40 Prozent einbrechen, sind bei den europäischen Banken Verluste von bis zu 882 Milliarden Euro zu erwarten. Nicht nur die Banken aus Italien und Spanien hätten dann einen hohen Kapitalbedarf, sondern auch die Institute aus Deutschland und Frankreich.
Doch in Deutschland zeigten sich die Vertreter der Kreditwirtschaft vor der Veröffentlichung der Stresstestergebnisse eher gelassen. Das liegt nicht nur daran, dass in den diesjährigen Prüfungen der Widerstandsfähigkeit keine der 51 davon betroffenen Banken durchfallen konnte. „Die Institute sind insgesamt widerstandsfähiger geworden“, sagte Sparkassenpräsident Georg Fahrenschonam Freitag dem Deutschlandfunk.
Ähnlich zuversichtlich hatte sich in den vergangenen Tagen auch der Hauptgeschäftsführer des privaten Bankenverbandes, Michael Kemmer, gezeigt. Er hatte keine Verwerfungen bei einer deutschen Bank erwartet. Geprüft wurden insgesamt neun deutsche Institute, darunter Commerzbank, Deutsche Bank und vier Landesbanken. Allerdings wurden die Resultate der Deutschen Bank mit Spannung erwartet. Nach den schwachen Ergebnissen im zweiten Quartal sind die Kapitalschwierigkeiten von Deutschlands größter Bank wieder zu Tage getreten.

Krisenbank Monte dei Paschi gilt als Wackelkandidat

Vor größeren Schwierigkeiten stehen die Banken in Italien, die unter faulen Krediten von 360 Milliarden Euro leiden und deren Kapitalbedarf auf 40 Milliarden Euro geschätzt wird. Vor allem die Krisenbank Monte dei Paschi gilt als Wackelkandidat. Dass sie in den Stresstest schlecht abschneiden wird, zeigte sich am Freitag an den Bemühungen um die angeschlagene Bank aus Siena. Dabei ging es um eine Kapitalerhöhung um 5 Milliarden Euro, für die noch Zusagen von Banken eingeholt werden mussten.
Auch die Großbank Unicredit hat Kapitalbedarf, was sich am Kursverfall der Aktie ablesen lässt. Der Titel der Muttergesellschaft der Hypo-Vereinsbank hat in diesem Jahr fast 57 Prozent verloren, noch mehr als die Aktie der Deutschen Bank, die um 46 Prozent nachgegeben hat. Schließlich kursierten in den vergangenen Wochen noch Analystenschätzungen, die bei Banco Popolare auch nach der Kapitalerhöhung von 1 Milliarde Euro – an der Börse gescheitert und schließlich bezahlt vom staatlichen Rettungsfonds „Atlante“ – weiterhin eine Kapitallücke sehen.
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Wie die F.A.Z. berichtet hatte, ist nach Einschätzung der EU-Kommission eine staatliche Rettung von Krisenbanken in Italien nicht nötig. Sparkassenpräsident Fahrenschon fordert, dass Aktionäre für die Kosten einer Sanierung aufkommen müssten. Die großen italienischen Banken hätten in den letzten sieben Jahren insgesamt mehr Geld ausgeschüttet als sie zur Stärkung der Kapitalbasis einbehalten hätten, sagte er. Nach Einschätzung der EU-Kommission kann die italienische Regierung aber auch Kleinsparer entschädigen, die ausfallgefährdete Nachranganleihen halten. Solche riskanten Papiere hatten die Banken ihren Kunden verkauft. Doch bei einer Entschädigung würde der Staat eine bestimmte Gläubigergruppe retten. Das würde die EU-Abwicklungsrichtlinie untergraben, so Jochen Felsenheimer, Geschäftsführer des Münchner Vermögensverwalters Xaia. Er hält dies für einen fatalen Fehler.
Auch Alexander Plenk, Leiter Investment Research der Bayern LB, sieht darin eine Staatshilfe und einen Verstoß gegen die EU-Abwicklungsrichtlinie. „Eine bestimmte Gläubigergruppe würde mit staatlichen Mitteln bevorzugt gegenüber anderen.“ Der institutionelle Investor müsste die Verluste tragen, der Privatkunde würde vom Staat entschädigt, obwohl er aufgrund des höheren Risikos dieser Schuldtitel lange Zeit auch höhere Zinsen erhalten habe, so Plenk.

Bankenvertreter kritisierten Annahmen

Die diesjährigen Stresstests wurden von Bankenvertretern wegen der Annahmen kritisiert. So fiel der unterstellte Konjunktureinbruch in Italien weniger stark aus als in Deutschland, was italienische Banken begünstigt. Aus allen Lagern der deutschen Kreditwirtschaft wurde das Fehlen negativer Zinsen in den Stresstests kritisiert. Die EZB wollte damit Rückschlüsse auf ihre Geldpolitik vermeiden.
Zudem wurde den Bankenaufsehern der EZB vorgeworfen, die Schwierigkeiten italienischer Banken nicht rasch angegangen zu sein. Denn deren hohe Lasten aus notleidenden Krediten sind spätestens seit den Stresstests im Herbst 2014 bekannt gewesen.

Türkische Regierung erwägt Referendum über Todesstrafe

F.A.Z. exklusivTürkische Regierung erwägt Referendum über Todesstrafe

In einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" hat der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu über die Möglichkeit einer Rückkehr zur Todesstrafe in seinem Land gesprochen. Ein Referendum könnte entscheiden.

© REUTERSDer türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu
F.A.Z.-exklusiv: Türkische Regierung erwägt Referendum über Todesstrafe
Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat in einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" die Möglichkeit einerVolksabstimmung über die Wiedereinführung der Todesstrafe in Aussicht gestellt. Solche Entscheidungen dürften „nicht in der Hitze des Augenblicks“ getroffen werden, sagte Cavusoglu. „Vielleicht wird die Entscheidung darüber in einem Referendum fallen. Das sind sehr ernste Fragen.“
Die türkische Regierungspartei AKP befindet sich laut Cavusoglu unter großem öffentlichen Druck, die Todesstrafe wieder einzuführen. „Wir bekommen Tausende SMS und Tweets, in denen uns gesagt wird: ,Wenn ihr die Todesstrafe nicht wieder einführt, werden wir eure Partei nicht mehr wählen.’“ Er verwahrte sich gegen europäische Kritik: „Die EU hat nicht das Recht, uns Lehren zu erteilen in dieser Sache.“ Versuche, die Türkei zu belehren würden „zu nichts Gutem führen.“ Es sei falsch, dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan in dieser Frage Populismus zu unterstellen „denn darauf ist er gar nicht angewiesen. Die Menschen lieben ihn. Nach den jüngsten Vorfällen sind die Zustimmungsraten auf 70 Prozent gestiegen“, sagte Cavusoglu unter Verweis auf den Putschversuch vom 15. Juli.
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F.A.S.Mehr dazu in der Sonntagszeitung vom 31.07.2016. Am Vorabend schon in derF.A.S. -App und als E-Paper.
Ankara stellt den im amerikanischen Exil lebenden muslimischen PredigerFethullah Gülen als Organisator des Umsturzversuches dar. Man verlange von Washington Gülens vorläufige Festnahme, da Fluchtgefahr bestehe. „Wir haben bestimmte Hinweise dazu erhalten. Seine Unterstützer in bestimmten Ländern bereiten sich bereits darauf vor, ihn zu empfangen“, sagte Cavusoglu, ohne mögliche Fluchtziele zu nennen.
Auf die Frage, ob es Beobachtern aus der EU gestattet sein werde, die Prozesse gegen die vermeintlichen Putschisten zu beobachten, antwortete Cavusoglu ausweichend. „Unsere Justiz wird solche Fragen innerhalb der Gegebenheiten des Ausnahmezustands entscheiden“. Dies gelte auch für die Frage, „ob diese Prozesse öffentlich geführt werden oder nicht.“ Doch eines sei sicher: „Es wird Tausende, ja Zehntausende Prozesse geben.“

Das ausführliche Interview mit dem türkischen Außenminister erscheint am kommenden Sonntag in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Hier könnt ihr mal sehen wie die in Sachen Compliance so hochnäsige UBS mit ihren steuerlichen Nebenpflichten umgeht...

Sehr geehrter Herr Koch

Der Steuerreport 2015 der Kundenbeziehung 263-671871 sollte bis Ende nächster Woche vollständig produziert sein.
Frau Werlen wird Ihnen diesen, sobald verfügbar, per E-Mail zustellen.

Die Produktion der Steuerreporte 2013 und 2014 werden noch etwas Zeit in Anspruch nehmen.

Freundliche Grüsse
nn

UBS Switzerland AG
Wealth Management

Client Advisor Assistent

Im Kontext Carpevigo handelt es sich hier um einen Euphemismus......


Furthermore, experts commented that at current market prices, the firm would have to issue twice the face value of the current outstanding ‘17N stock in new bonds similar to the ‘24s in order to offer a deal that is net-present value neutral to investors.

Potential debt swap submitted to Pdvsa bondholders
Rothschild & Co. has made known to bondholders of state-run oil company Petróleos de Venezuela (Pdvsa) its plans to propose a debt swap operation to the state-owned oil company in representation of bondholders, experts from the energy sector reported.
Based on a report, the plan would involve swapping out of Pdvsa 2016 and 2017 bonds in exchange for bonds maturing in 2024 and beyond. Furthermore, in an e-mailed statement, Pdvsa said that Rothschild was one of several firms making proposals and that the firm had not approved the plan yet.
In this connection, authorities have openly been discussing the option of a voluntary debt swap for several months.  According to the report, Pdvsa President Eulogio Del Pino in fact first commented on this possibility in a November 2015.
The report adds that Pdvsa has yet to appoint a firm to represent it in this liability management operation given that the amortizations in question will come due in just over three months.
Likewise, experts affirmed that similar expectations of a liability management operation preceded the October 2014 and 2015 amortizations yet failed to materialize.
At the time, they recalled that Pdvsa balked at carrying out these operations given their significant financial cost.  
Furthermore, experts commented that at current market prices, the firm would have to issue twice the face value of the current outstanding ‘17N stock in new bonds similar to the ‘24s in order to offer a deal that is net-present value neutral to investors.
In other words, even if the firm offers a 12.75% coupon (instead of the ’24s current 6% coupon), it would have to accept an increase of at least 23% in the face value of the refinanced debt.  
Pdvsa’s stance
For the experts, Pdvsa’s apparent reticence to endorse the swap proposals at this late stage suggests that it may prefer to directly honor the obligations with a cash payment as it has done in previous years. 
They said, however, that the large cuts in Pdvsa transfers to the Central Bank of Venezuela (BCV) over the course of the year suggest that, despite lower oil prices, Pdvsa may have managed to accumulate enough cash holdings so as to honor the payments in October and November.
It is worth mentioning that last week Venezuelan oil traded at USD 37.60 per barrel and has maintained an average price of USD 31.5.
Pension fund
The specialists even indicated that Pdvsa is likely to pay the Pdvsa pension fund and other state-controlled entities with new liabilities, as it has recurrently done in prior years.
The experts underscored that, according to Pdvsa’s financial statements, USD 565million of the USD 1billion outstanding ’16 bond were acquired by the Pdvsa Pension Fund in 2013. 

Potential debt swap submitted to Pdvsa bondholders Experts said that Pdvsa 2016 bonds would become 2024 notes


Potential debt swap submitted to Pdvsa bondholders

Experts said that Pdvsa 2016 bonds would become 2024 notes


27 de julio de 2016 11:41 AM
Actualizado el 27 de julio de 2016 11:48 AM

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Potential debt swap submitted to Pdvsa bondholders
Rothschild & Co. has made known to bondholders of state-run oil company Petróleos de Venezuela (Pdvsa) its plans to propose a debt swap operation to the state-owned oil company in representation of bondholders, experts from the energy sector reported.
Based on a report, the plan would involve swapping out of Pdvsa 2016 and 2017 bonds in exchange for bonds maturing in 2024 and beyond. Furthermore, in an e-mailed statement, Pdvsa said that Rothschild was one of several firms making proposals and that the firm had not approved the plan yet.
In this connection, authorities have openly been discussing the option of a voluntary debt swap for several months.  According to the report, Pdvsa President Eulogio Del Pino in fact first commented on this possibility in a November 2015.
The report adds that Pdvsa has yet to appoint a firm to represent it in this liability management operation given that the amortizations in question will come due in just over three months.
Likewise, experts affirmed that similar expectations of a liability management operation preceded the October 2014 and 2015 amortizations yet failed to materialize.
At the time, they recalled that Pdvsa balked at carrying out these operations given their significant financial cost.  
Furthermore, experts commented that at current market prices, the firm would have to issue twice the face value of the current outstanding ‘17N stock in new bonds similar to the ‘24s in order to offer a deal that is net-present value neutral to investors.
In other words, even if the firm offers a 12.75% coupon (instead of the ’24s current 6% coupon), it would have to accept an increase of at least 23% in the face value of the refinanced debt.  
Pdvsa’s stance
For the experts, Pdvsa’s apparent reticence to endorse the swap proposals at this late stage suggests that it may prefer to directly honor the obligations with a cash payment as it has done in previous years. 
They said, however, that the large cuts in Pdvsa transfers to the Central Bank of Venezuela (BCV) over the course of the year suggest that, despite lower oil prices, Pdvsa may have managed to accumulate enough cash holdings so as to honor the payments in October and November.
It is worth mentioning that last week Venezuelan oil traded at USD 37.60 per barrel and has maintained an average price of USD 31.5.
Pension fund
The specialists even indicated that Pdvsa is likely to pay the Pdvsa pension fund and other state-controlled entities with new liabilities, as it has recurrently done in prior years.
The experts underscored that, according to Pdvsa’s financial statements, USD 565million of the USD 1billion outstanding ’16 bond were acquired by the Pdvsa Pension Fund in 2013.

Richter sollen enteignet werden USA: Türkei erschwert Kampf gegen IS Plötzlich ist keiner mehr da: Die USA klagen, die umfassenden Maßnahmen der türkischen Regierung beim Militär behinderten den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat. Die Staatsanwaltschaft will indes Tausende Richter enteignen.

POLITIK
Der türkische Armeechef Hulusi Akar bleibt im Amt - er war von Putschisten gefangen genommen worden.
Der türkische Armeechef Hulusi Akar bleibt im Amt - er war von Putschisten gefangen genommen worden.(Foto: dpa)

Richter sollen enteignet werdenUSA: Türkei erschwert Kampf gegen IS

Plötzlich ist keiner mehr da: Die USA klagen, die umfassenden Maßnahmen der türkischen Regierung beim Militär behinderten den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat. Die Staatsanwaltschaft will indes Tausende Richter enteignen.
Die sogenannten Säuberungsaktionen der türkischen Regierung in der Armee behindern nach Ansicht der USA den Kampf gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS). "Viele unserer Gesprächspartner sind entlassen oder verhaftet worden", beklagte Geheimdienstdirektor James Clapper auf einer Sicherheitskonferenz in Aspen im US-Bundesstaat Colorado. Dies sei zweifellos ein Rückschlag und erschwere die Zusammenarbeit mit dem Nato-Staat. Betroffen sei der gesamte Sicherheitsapparat.
VIDEO
Nach dem gescheiterten Putsch sind fast 1700 Armeeangehörige unehrenhaft entlassen worden, darunter etwa 40 Prozent der Admiräle und Generäle. Ein Drittel der insgesamt 360 Generäle sind festgenommen worden.
Die USA fliegen vom türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik aus Einsätze gegen den IS in Syrien und im Irak. Auch die Bundeswehr nutzt die Basis. Der US-Geheimdienst CIA unterhält zudem einen Stützpunkt in der Türkei, von der aus er mutmaßlich gemäßigte syrische Aufständische unterstützt. Zudem gibt es amerikanische Horchposten in dem Land sowie ein Frühwarnradar für ein europäisches Raketenabwehrsystem. Dennoch gibt es zwischen den beiden Staaten Spannungen: So haben US-Vertreter beklagt, dass die türkisch-syrische Grenze für IS-Kämpfer nicht geschlossen sei.
Abseits des Militärs gehen die Säuberungen weiter: Die türkische Staatsanwaltschaft will die Privatvermögen von mehr als 3000 suspendierten Richtern und Staatsanwälten beschlagnahmen lassen. Betroffen sind 3049 Richter und Staatsanwälte mit mutmaßlichen Verbindungen zur Bewegung des Predigers Fetullah Gülen, deren Festnahme bereits angeordnet worden sei, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete. Die Juristen sind bereits vom Dienst freigestellt. Beschlagnahmt werden sollen unter anderem Immobilien, Bankkonten oder Fahrzeuge.
Die Regierung macht den in den USA lebenden Gülen für den Putschversuch vom 15. Juli verantwortlich. Nach Angaben des Innenministeriums saßen am Mittwoch mehr als 1600 Richter und Staatsanwälte in Untersuchungshaft. Die Regierung wirft der Gülen-Bewegung vor, den Staat unterwandert zu haben. Gülen wurde in der Vergangenheit großer Einfluss im Justizbereich nachgesagt.

"Hexenjagd gegen Unschuldige"

Grünen-Chef Cem Özdemir prangerte die Schließung von über 100 Medienredaktionen in der Türkei an. "Von Pressefreiheit kann man in der Türkei längst nicht mehr sprechen", sagte Özdemir der "Rheinischen Post". "Dies hat auch für das Zusammenleben in Deutschland Auswirkungen, wenn über Erdogans Blätter und TV-Sender verbreitet wird, wir würden Terroristen unterstützen oder gar Terroranschläge wie den ISIS-Anschlag in Istanbul verantworten."


Der türkische Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu von der Mitte-Links-Partei CHP warnte Präsident Erdogan vor einer "Hexenjagd gegen Unschuldige". "Journalisten zu verhaften wird unserer Demokratie schaden", sagte er der "Bild"-Zeitung. Trotz der Kritik verteidigte Kilicdaroglou aber gleichzeitig das harte Vorgehen gegen die Gülen-Bewegung und sieht diese hinter dem Putschversuch. "Es gibt starke Anzeichen dafür, dass Teile dieser zusammen mit einzelnen beim Militär hinter dem Putsch stecken." Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan müsse jedoch härter kritisiert werden, verlangte er. "Nicht nur Frau Merkel, sondern alle EU Institutionen können sich viel deutlicher und viel lauter gegen die undemokratischen Sitten aussprechen."
Mit dem jüngsten Dekret Erdogans wurde die Schließung von drei Nachrichtenagenturen, 16 Fernsehstationen, 23 Radiosendern, 45 Zeitungen, 15 Magazinen sowie 29 Verlagshäusern und Pressevertrieben angeordnet. Mit demselben Erlass wurden auch die Militärs entlassen. Der türkische Armeechef Hulusi Akar bleibt hingegen weiter im Amt. Diese zuvor vom Obersten Militärrat getroffene Entscheidung habe Erdogan gebilligt, erklärte sein Sprecher Ibrahim Kalin. Akar war vor zwei Wochen von den Putschisten gefangen genommen, später aber befreit worden.
Quelle: n-tv.de , rpe/dpa/rts