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Montag, 22. Oktober 2012

Beim Landgericht Kiel sind die bundesweit ersten Klagen auf Rückzahlung von griechischen Anleihen eingereicht worden. Ein Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht der „Kieler Nachrichten“


AnleihenKlagewelle gegen Griechenland rollt an

Tausende Kleinanleger fühlen sich getäuscht. Sie wollen das Geld zurück, das sie mit Griechenland-Anleihen verloren haben. Die ersten Klagen sind nun bei einem deutschen Gericht eingegangen.

Anleger klagen gegen Griechenland auf volle Rückzahlung der Anleihen. Quelle: dapd
Anleger klagen gegen Griechenland auf volle Rückzahlung der Anleihen.Quelle: dapd

KielDeutsche Anleger wollen von Griechenland ihr Geld zurück. Beim Landgericht Kiel sind die bundesweit ersten Klagen auf Rückzahlung von griechischen Anleihen eingereicht worden. Ein Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht der „Kieler Nachrichten“. In den kommenden Wochen würden in mehreren deutschen Großstädten, wo Käufer von Griechenland-Anleihen wohnen, weitere Klagen vor den Landgerichten folgen. Zudem sollen sich Anleger aus kleineren Ortschaften in ganz Deutschland zu einer Klagegemeinschaft zusammenfinden, um die Kosten für das juristische Verfahren im Rahmen zu halten.


Die DSW hatte bereits im März die Arbeitsgemeinschaft Griechenland Anleihen (AGA) gegründet, um auf juristischem Weg gegen den verordneten Forderungsverzicht vorzugehen. Die AGA vertrete rund 4000 Anleger mit einem Vermögen von 170 Millionen Euro. Sie haben rund 80 Prozent ihres Einsatzes beim griechischen Schuldenschnitt verloren. Im Durchschnitt handele es sich um Anlagen in der Größenordnung von rund 25 000 Euro, sagte der Sprecher.
Die DSW empfiehlt Anlegern, Klagen an ihrem Wohnort einzureichen. Diese könnten dann gebündelt werden, was die Anwaltskosten um 50 bis 80 Prozent drücken könnte. Anders als in den USA seien Sammel- oder Musterklagen nicht möglich. "Wer Geld haben will, muss selbst klagen", sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler. Die DSW zielt mit ihrer "Arbeitsgemeinschaft Griechenland-Anleihen" auf Anleger, "die noch in der heilen Welt gekauft haben", sagte Tüngler. Spekulanten, die spät Anleihen zu Niedrigkursen gekauft hätten, um Geld zu machen, sollten nicht mit ins Boot genommen werden.

Einfach wird es jedoch nicht, ein Musterurteil zu erstreiten. "Da es um viele verschiedene Anleihen geht, muss grundsätzlich für jede einzeln geklagt werden", sagte Anwalt Franz Braun. Seine Kanzlei CLLB hat am Oberlandesgericht Frankfurt/Main Klage eingereicht. "Es besteht jedoch Hoffnung, dass, wenn eine Klage in letzter Instanz erfolgreich ist, sich die Gerichte daran orientieren." Zunächst anderen das Klagen zu überlassen, dürfte sich als Nachteil erweisen. So kann etwa ein Vergleich geschlossen und darüber Stillschweigen vereinbart werden. "Zudem kann es für Vollstreckungsmaßnahmen durchaus auf den Zeitpunkt ankommen, in dem man den Titel erwirkt hat", sagt Braun.

http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/anleihen/anleihen-klagewelle-gegen-griechenland-rollt-an/7285458.html

1 Kommentar:

  1. Helge Petersen, Kiel war gerade bei wiso (ZDF).

    Erste Klage wohl schon gewonnen, wegen Falschberatung.
    Commerzbank ging in Berufung...

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