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Sonntag, 23. November 2014

1 bis 2 Cent je Liter gehen als Gewinn an die Ölkonzerne Die Kosten für die Ölkonzerne und deren Erträge machen rund 4 Prozent des Benzinpreises aus. 1 bis 2 Cent je Liter werden dabei als Gewinn kalkuliert. // ich kann mich gut an das populistische Geschrei (früher bei steigenden Benzinpreisen) erinnern....die Ölkonzerne plündern uns aus......



ÖlpreisverfallDer Sprit könnte noch billiger sein

Benzin kostet in Deutschland so wenig wie letztmals vor vier Jahren. Doch die Preise könnten noch viel niedriger sein, denn der Ölpreis fällt und fällt. Wird das wirklich an die Verbraucher weitergegeben?

© REUTERSVergrößernDer Benzinpreis ist so niedrig wie lange nicht mehr.
Die Preise an deutschen Zapfsäulen sind auf dem tiefsten Stand seit vier Jahren, könnten aber noch niedriger sein. Denn der Ölpreis fällt und fällt. Warum kommt das nicht beim Verbraucher an?
Nach Angaben des Mineralölwirtschaftsverbands (MWV) liegt das vor allem an dem gefallenen Kurs des Euro zur Rohstoffleitwährung Dollar seit diesem Sommer. Der Preis für das in Europa dominierende Nordsee-Öl Brent ist seit dem bisherigen Jahreshoch Ende Juni um 32 Prozent in Dollar gefallen. Dagegen sank der Preis in Euro nur um rund 27 Prozent. Der verschlechterte Eurokurs liegt nach Einschätzung von Ökonomen an der gegensätzlichen Geldpolitik der amerikanischen Notenbank Fed, die damit aufgehört hat, die Geldmenge auszuweiten, und der EZB, die den Markt mit Geld flutet.
Die Benzinpreise an der Tankstelle sanken in derselben Zeit um rund 10 Prozent, also deutlich weniger. Das ist grundsätzlich normal. Der Rohölpreis macht nur rund 30 Prozent des Preises an der Tankstelle aus. Fast zwei Drittel des Geldes gehen an den Staat in Form von Energiesteuer – ehemals Mineralölsteuer –, Ökosteuer und Mehrwertsteuer. Da der größte Anteil, die Energiesteuer, in Cent je Liter berechnet wird und somit immer gleich bleibt, egal ob der Liter 1,30 Euro oder 1,60 Euro kostet, wirken diese Abgaben wie ein Sockel. Der Benzinpreis kann weder so schnell sinken noch so schnell steigen wie der Ölpreis.

1 bis 2 Cent je Liter gehen als Gewinn an die Ölkonzerne

Die Kosten für die Ölkonzerne und deren Erträge machen rund 4 Prozent des Benzinpreises aus. 1 bis 2 Cent je Liter werden dabei als Gewinn kalkuliert. Dieser Block stieg im Oktober auf ein Jahreshoch sowohl für E10 als auch für Diesel. Es könnte also die Vermutung naheliegen, dass die Ölkonzerne momentan an dieser Stellschraube drehen und nicht den komplett gesunkenen Rohölpreis weitergeben. Dies ist nach Angaben des MWV aber nicht der Fall. Als Interessenvertretung der Ölkonzerne wird er aber auch kaum eine andere Position vertreten. Er begründet seine Einschätzung damit, dass die Benzinpreise an der Tankstelle genauso schnell gesunken seien wie die Einkaufskosten der Tankstellen für das Benzin.
„Die Tankstellen haben die seit Sommer stark gesunkenen Einkaufspreise für Kraftstoffe an die Verbraucher voll weitergeben – eine Folge der harten Konkurrenz“, sagte Alexander von Gersdorff, Sprecher des Verbands. Dieser Block, Deckungsbeitrag genannt, könne aber nicht näher aufgeschlüsselt und somit letztendlich geklärt werden, was der Grund für den Anstieg sei. „Die Tankstellen verzeichneten ein sehr schwieriges erstes Dreivierteljahr 2014 mit Erträgen am Rande der Wirtschaftlichkeitsgrenze“, sagte er. Im Oktober hätten erstmals im Jahresverlauf auskömmliche Margen auf dem Niveau der Vorjahre erzielt werden können. Ob diese Normalisierung von Dauer sei, müsse sich noch zeigen. „Der November weist bislang schon wieder schwächere Deckungsbeiträge aus“, sagte er.
Infografik / Steuern und Abgaben machen Benzin teuer / Preisbestandteile von Super E10© F.A.Z.Bilderstrecke 
Insgesamt ist der Benzinpreis in Deutschland nach Angaben des ADAC so niedrig wie seit Ende 2010 nicht mehr, was die Folge der niedrigeren Rohölnotierungen ist. Ungeachtet dieser Entwicklung rät der Verband, möglichst zu Tageszeiten zu tanken, an denen die Preise besonders niedrig seien. In einer Untersuchung von 14000 Tankstellen über ein Jahr hinweg habe sich ein sehr stabiles Bild gezeigt. In den Abendstunden zwischen 18 und 20 Uhr seien die Preise demnach am niedrigsten, während von vier Uhr morgens an die Preise wieder anzögen. Insgesamt schwanke der Preis je Liter um neun Cent im Tagesverlauf, so dass ein gezieltes Tanken am späten Nachmittag oder am frühen Abend auf jeden Fall ratsam sei.
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Die starken Schwankungen innerhalb eines Tages liegen nach Einschätzungen des MWV an der starken Konkurrenz zwischen den Tankstellen. „Im Wettbewerb unterbieten sich die Tankstellen gegenseitig, um Kunden anzuziehen“, sagte von Gersdorf. Dies könne zwischenzeitlich so weit gehen, dass nicht einmal die Vertriebskosten gedeckt seien. „Dann muss der Preis wieder angehoben werden, sonst kann langfristig keine Tankstelle überleben.“
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© DPA, DEUTSCHE WELLEVergrößernWirtschaft: Ölpreise so tief wie lange nicht

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