Vertrauenskrise
Rendite der griechischen Staatsanleihen über 10 Prozent

Die Lage an den Finanzmärkten spitzt sich zu. So treibt die Sorge vieler Anleger vor einem Euro-Austritt Griechenlands Refinanzierungskosten in die Höhe und belastet die Kursentwicklung an der Börse.
cri. ⋅ In Griechenland spitzt sich die Lage an den Finanzmärkten weiter zu. So treibt die Sorge vieler Anleger vor einem Euro-Austritt GriechenlandsRefinanzierungskosten in die Höhe und belastet die Kursentwicklung an der Börse. Die Rendite zehnjährigen Staatsanleihen des mit gut 170% des Bruttoonlandprodukts verschuldeten Landes ist am Mittwoch erstmals seit knapp anderthalb Jahren wieder über die Marke von 10% gestiegen, nachdem sie noch im Oktober des vergangenen Jahres auf bis zu 5,45% gefallen war. Zudem musste der griechische Staat die Investoren bei der Versteigerung von Geldmarktpapieren mit einer höheren Prämie locken. Die durchschnittliche Rendite kletterte auf 2,30% von zuvor 2,15%, wie die Finanzagentur mitteilte. Der Staat nahm mit dem Papier 1,625 Mrd. € ein.
Die mit der Ankündigung von Neuwahlen neuentfachte Debatte über einen möglichen Ausstieg Griechenlands aus der Euro-Zone lässt viele Bond-Anleger «sichere Häfen» ansteuern. Dies drückte die Renditen der zehn - und 30-jährigen deutschen Bundesanleihen auf neue Tiefstwerte von 0,433% beziehungsweise 1,060%. Auch in der Schweiz ist die Rendite von Eidgenossen mit einer Laufzeit von zehn Jahren zuletzt auf ein absolutes Tief von 0.18% gefallen.
An der griechischen Börsen zeigt die Kursentwicklung auch am Mittwoch weiter nach unten, während sich an anderen Aktienmärkten Europas Hoffnungen auf Wertpapierkäufe durch die Europäische Zentralbank kurstreibend bemerkbar machen. Der griechische ASE-Index hat in den vergangenen vier Wochen gut 25% seines Wertes verloren, seit dem Frühjahr letzten Jahres knapp 44% und seit seinem Hoch im Oktober 2007 knapp 86%. Bei näherer Analyse finden Fachleute trotz allem Papiere einzelner profitabel arbeitender Unternehmen, die sie für günstig halten. Zum Beispiel jene der Stahlbaufirma Metka, welche mit dem straff geführten Energie- und Rohstoffunternehmen Mytilineos verbandelt ist.

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