Ukraine-Gespräche in SotschiKerry und Putin kommen sich näher
Keine Ergebnisse, aber immerhin war die Stimmung gut: Sowohl Amerika als auch Russland loben ihr Treffen zur Ukraine-Krise in Sotschi. John Kerry bot Moskau die Aufhebung der Sanktionen an.
12.05.2015
Einen Tag vor dem Nato-Außenministertreffen haben der amerikanische Außenminister John Kerry und Russlands Präsident Wladimir Putin am Dienstag über die Ukraine-Krise beraten. Kerry hat Russland die Aufhebung der wegen seiner Haltung in der Krise verhängten Wirtschaftssanktionen in Aussicht gestellt.
Voraussetzung hierfür sei die vollständige Einhaltung der Waffenruhe in der Ostukraine, sagte Kerry am Dienstag nach mehrstündigen Beratungen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow und Präsident Wladimir Putin in der Schwarzmeerstadt Sotschi.Die Gespräche seien offen gewesen, teilte Kerry per Twitter mit. Es sei wichtig, in Kontakt zu bleiben.
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Kerry konferierte auch mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow. Dessen Ministerium erklärte, Russland sei zu einer konstruktiven Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten bereit. Dies müsse aber auf Augenhöhe geschehen.
Ein Berater des Kreml hat die Krisengespräche als offen, konstruktiv und freundschaftlich gelobt. Zwar habe es bei den Diskussionen etwa über den Ukraine-Krieg keinen Durchbruch gegeben. Das Treffen mache aber Hoffnung auf eine Verbesserung der bilateralen Beziehungen, sagte der außenpolitische Berater von Kremlchef Wladimir Putin, Juri Uschakow, der Agentur Interfax zufolge.
Putin habe mit Kerry über eine engere Zusammenarbeit bei der Lösung der Ukraine-Krise gesprochen, sagte er. Eine Beteiligung der Vereinigten Staaten am „Normandie-Format“ aus Russland, der Ukraine, Deutschland und Frankreich sei aber kein Thema gewesen.
Lawrow: Sanktionen führen in Sackgasse
Die Beziehungen der beiden Atommächte sind wegen der Ukraine-Krise auf dem Tiefpunkt. Mit Kerry kam der ranghöchste amerikanische Politiker nach Russland, seit dem Ausbruch der Ukraine-Krise im Herbst 2013.
Lawrow sagte seinem amerikanischen Kollegen nach Angaben des Außenministeriums in Moskau, die Sanktionen, die der Westen gegen Russland insbesondere wegen dessen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim verhängt hat, führten nur in eine Sackgasse. Russland werde sich dem Druck nicht beugen und gebe seine nationalen Interessen nicht auf.
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Der Westen wirft der Führung in Moskau vor, die prorussischen Rebellen in der Ostukraine mit Waffen und Soldaten zu unterstützen. Russland weist das zurück.
Diese Themen und die Spannungen zwischen dem Westen und Russland dürften auch das zweitägige Treffen der Nato-Außenminister im türkischen Antalya beherrschen. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg warnte zuletzt vor einem neuerlichen russischen Truppenaufmarsch nahe der ukrainischen Grenze. Außerdem habe Russland weitere schwere Waffen wie Panzer, Flugabwehrsysteme und Artillerie in die Ukraine geschickt, so dass die Separatisten dort ohne Vorwarnung in die Offensive gehen könnten.

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