Die österreichische Bank HETA steht vor dem Aus. Die Bank soll geordnet abgewickelt werden. Dieses
Prozedere ist erst seit Anfang diesen Jahres in Europa möglich. CIO rechnet mit einem Schuldenschnitt.
Österreich wird nicht erneut für seine angeschlagene Krisenbank HETA einspringen. Wie diese Woche
bekannt wurde, muss ein Grossteil der HETA-Vermögenswerte von rund 18 Milliarden Euro abgeschrieben
werden. Die Abschreibungen (zwischen 5,1 und 8,7 Milliarden Euro) könnten nach Einschätzung von CIO
auf die Krise in Osteuropa sowie auf das in Schweizer Franken denominierte Kreditportfolio der Bank
zurückzuführen sein. Externe Wirtschaftsprüfer beziffern die Kapitallücke auf 4 bis 7,6 Milliarden Euro.
Die HETA, die im November 2014 aus der zuvor notverstaatlichten Hypo Alpe Adria als "Bad Bank"
hervorgegangen war, soll nun von der Aussichtsbehörde FMA (Austrian Financial Market Authority)
abgewickelt werden. Es kommt vorerst zu einem Schuldenmoratorium bis 31. Mai 2016. Bis dahin werden
weder Anleihen und andere Verbindlichkeiten zurückgezahlt noch Zinsen darauf ausgezahlt. Gemäss FMA
haben allein die betroffenen Anleihen und Schuldscheindarlehen sowie das nachrangige Kapital ein
ausstehendes Volumen von gut 9,8 Milliarden Euro. "Die Gläubiger müssen sich auf einen Schuldenschnitt
einstellen. Das aktuelle Bewertungsniveau der Anleihen und die Anwendung des neuen österreichischen
Bankenrestrukturierungsgesetzes deutet daraufhin", schreibt CIO WM Analystin Claudia Sigl in einem
Report.
Die Abwicklung einer Bank nach EU-Regeln ist erst seit Anfang diesen Jahres möglich. Der Vorgang wird
nun erstmals in Österreich angewendet. Dies, nachdem das Überleben der Heta die österreichischen
Steuerzahler bisher bereits 5,5 Milliarden Euro gekostet hat. Allein das Land Kärnten bürgt heute noch für
rund 10 Milliarden Euro. Diese Ausfallgarantie betrifft alle Anleihen, die zwischen 2. April 2003 und 1. April
2007 herausgegeben wurden und die vor dem 30. September 2017 fällig werden. CIO empfiehlt Anlegern,
die diese durch das Land Kärnten garantierten Anleihen halten, vorerst nicht zu verkaufen. Ein mögliches
Szenario, wäre ein Tausch dieser garantierten Bonds in österreichische Staatsanleihen, verbunden mit einem
moderaten Schuldenschnitt. Bevor jedoch ein klarer Investment-Case formuliert werden kann, müssen erst
noch weitere Details, wie die finalen Zahlen für das Geschäftsjahr 2014 und der Ausgang der anhängigen
Gerichtsverfahren, über den Fall HETA bekannt werden.
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