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Samstag, 13. Dezember 2014

Hintergrund war die Weigerung des Präsidenten Cipriano Castro, Altschulden der Vorgängerregierungen anzuerkennen. Daraufhin entschlossen sich Deutschland, das Vereinigte Königreich, Italien und zeitweise die Niederlande zu einer Intervention, während sich Castro gleichzeitig im Bürgerkrieg mit Aufständischen befand. Als Castro am 7. Dezember 1902 einem Ultimatum zur Zahlung nicht nachkam, besetzten deutsche und britische Seestreitkräfte am 10./11. Dezember die venezolanischen Kriegsfahrzeuge




Blockade Venezuelas, Gemälde von Willy Stöwer


Venezuela-Blockade 1902–1903[Bearbeiten]

Blockade Venezuelas, Gemälde von Willy Stöwer
Die Venezuela-Blockade (siehe auch Venezuelakrise) war neben der Intervention des Ostasiengeschwaders im chinesischen Boxeraufstand die größte Operation der Kaiserlichen Marine von der Reichsgründung bis zum Ersten Weltkrieg. Hintergrund war die Weigerung des Präsidenten Cipriano Castro, Altschulden der Vorgängerregierungen anzuerkennen. Daraufhin entschlossen sich Deutschland, das Vereinigte Königreich, Italien und zeitweise die Niederlande zu einer Intervention, während sich Castro gleichzeitig im Bürgerkrieg mit Aufständischen befand.
Als Castro am 7. Dezember 1902 einem Ultimatum zur Zahlung nicht nachkam, besetzten deutsche und britische Seestreitkräfte am 10./11. Dezember die venezolanischen Kriegsfahrzeuge. Das Kanonenboot Restaurador (die ehemals amerikanische Luxusyacht Atalanta) wurde unter deutscher Flagge unter Kapitänleutnant Titus Türk in Dienst gestellt. Da der britische DampferTopaze von den venezolanischen Behörden im Hafen von Puerto Cabello festgehalten wurde, beschossen der deutsche Große Kreuzer Vineta und der britische Kreuzer HMS Charybdis die Forts der Stadt. Am 20. Dezember begann die Blockade. Die Ostamerikanische Kreuzerdivision unter Kommodore Georg Scheder bestand, neben der Restaurador, aus dem Großen KreuzerVineta, den Kleinen Kreuzern GazelleFalke und Sperber, dem Kanonenboot Panther, den Kreuzerfregatten Stosch und Charlotte und dem Trossschiff Sibiria.
Am 4. Januar 1903 wurde Puerto Cabello von einem deutschen Landungskorps besetzt. Am 22. Januar 1903 kam es zu einem Gefecht zwischen der Panther und dem Fort San Carlos am Eingang des Golfs von Maracaibo. Am nächsten Tag wurde das Fort von der Vineta, der Gazelle und der Panther in Trümmer geschossen; die Anzahl der venezolanischen Opfer ist unbekannt. Nachdem die Regierung Castro, die zwischenzeitlich erfolgreich gegen die Aufständischen vorgegangen war, am 10. Februar 1903 die Begleichung der Schulden zusicherte, wurde die Blockade aufgehoben. Die Restaurador wurde den venezolanischen Behörden übergeben. Ihr Kommandant, Titus Türk, veröffentlichte bald darauf seine Memoiren unter dem Titel: 75 Tage an Bord des Kreuzers „Restaurador“ (2. Aufl. Lübeck 1905).



http://de.wikipedia.org/wiki/Kanonenbootpolitik#Venezuela_1899


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