Bürger räumen Konten leerEZB gewährt griechischen Banken noch höhere Notkredite
Die Europäische Zentralbank hilft dem pleitebedrohten Griechenland abermals mit der Erweiterung der Notkredite aus. Der Rahmen soll um weitere 400 Millionen Euro aufgestockt werden.
18.03.2015
Die Europäische Zentralbank (EZB) gewährt den griechischen Geldinstituten noch größere Notkredite. Die EZB habe den Spielraum der Notenbank in Athen zur Vergabe von Notfallhilfen an heimische Geldhäuser um 400 Millionen Euro aufgestockt, berichteten die Nachrichtenagenturen Bloomberg und Reuters am Mittwoch.
In der vergangenen Woche waren die so genannten Ela-Kredite (“Emergency Liquidity Assistance“) schon einmal um 600 Millionen Euro erhöht worden. Nun erweitert die EZB die Obergrenze abermals auf insgesamt 69,8 Milliarden Euro.
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Die griechischen Banken leiden unter den Mittelabflüssen in Milliardenhöhe. Bürger und Unternehmen räumen wegen der ungewissen Zukunft des von der Pleite bedrohten Griechenlands ihre Konten leer. Bereits seit dem 11. Februar können sich griechische Banken auch nicht mehr bei der EZB frisches Geld besorgen, weil die Notenbank Hellas-Staatsanleihen sowie staatlich garantierte Bankanleihen nicht mehr als Sicherheiten akzeptiert.
Die Institute sind daher auf die teureren Notkredite angewiesen, die die griechische Zentralbank vergibt. Der Athener Regierungschef Alexis Tsipras will das Thema bei dem am Donnerstag beginnenden EU-Gipfel zur Sprache bringen. Am Rande des Gipfels ist auch ein Krisentreffen zwischen Tsipras, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Francois Hollande, EZB-Präsident Mario Draghi und Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem geplant.
Gespräche mit Geldgebern offenbar vorerst gescheitert
Indes berichtete das „Handesblatt“, die Gespräche zwischen der griechischen Regierung und den internationalen Geldgebern über die weitere Zusammenarbeit seien vorerst gescheitert. In Brüssel hieß es, die Gespräche seien auf Eis gelegt worden. Athen zeige keinerlei Kooperationsbereitschaft, berichteten Vertreter von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) nach Angaben des Blattes nach einer Telefonschalte mit dem Finanzministerium in Griechenland.
Zudem habe die Regierung in Athen ohne Rücksprache neue Staatsausgaben beschlossen und verstoße damit gegen Vereinbarungen. Damit sei die Chance, die Auflagen des laufenden Hilfsprogramms bis Ende April zu erfüllen, nur noch gering.

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