treit mit GläubigernAuch die Ukraine will einen Schuldenschnitt
Eine Staatspleite droht nicht nur in Griechenland, sondern auch in der Ukraine. Die Gläubiger werden ungeduldig, die Regierung hofft auf Finanzspritzen.
06.06.2015
Die Ukraine und ihre Gläubiger liegen weiter im Streit darüber, wie dieSchulden des Landes umstrukturiert werden können. Beide Seiten warfen sich am Freitag nach Gesprächen mangelnde Kompromissbereitschaft vor. Die Regierung in Kiew will einen Schuldenschnitt erreichen, bei dem die Geldgeber auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten.
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Das lehnt die Gruppe der größten Gläubiger unter Führung der amerikanischen Investmentfirma Franklin Templeton ab. Sie halten etwa 9 Milliarden Dollar an Schulden und haben einen Vorschlag unterbreitet, bei dem faktisch die ukrainische Notenbank die Forderungen in ihre Bücher nimmt. Die Regierung in Kiew hat das als gesetzeswidrig abgelehnt.
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"Im Interesse der Ukraine"
"Wir sind enttäuscht, dass es noch keine Grundlage für detaillierte Verhandlungen gibt", teilte die Gläubigergruppe mit. "Wir glauben weiter, dass es im Interesse der Ukraine ist, solche Verhandlungen so bald wie möglich aufzunehmen."
Die Sorgen der Gläubiger zeigt ein Beispiel: Aus Sorge vor Verlusten haben Anleger aus einem der größten Franklin-Templeton-Rentenfonds seit Jahresbeginn mehr als zwei Milliarden Dollar abgezogen. Dabei machen ukrainische Staatspapiere nicht einmal zwei Prozent seines Portfolios aus. Franklin Templeton habe zwischen 2011 und 2014 für sieben Milliarden Dollar ukrainische Papiere gekauft und bereits Milliardenverluste erlitten, heißt es.
Hilfsprogramm geplant
Für die Ukraine ist ein Hilfsprogramm auch unter Einbindung des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Volumen von 40 Milliarden Dollar ausgearbeitet. Damit soll das Land wirtschaftlich dauerhaft stabilisiert werden. Etwa 15 Milliarden Dollar aus dem Paket sollen von den Gläubigern kommen, etwa über einen Forderungsverzicht oder die Stundung von Zahlungen.

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