SchuldenkriseEU-Währungskommissar hält Grexit für möglich
Pierre Moscovici will Griechenland nicht um jeden Preis in der Eurozone halten, sondern nur zu strikten Bedingungen. Im Streit um die griechischen Reparationsforderungen stellt er sich hinter Deutschland.
18.03.2015
EU-Währungskommissar Pierre Moscovici schließt wie zuvor Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble einen Austritt Griechenlands aus dem Euro nicht aus. „Wir werden Griechenland nicht zu jedem Preis in der Euro-Zone halten, sondern zu strikten Bedingungen, die für beide Seiten akzeptabel sind“, sagte er der „Welt“.
Moscovici warnte jedoch, ein Austritt Griechenlands würde der Euro-Zone „großen Schaden“ zufügen. Der Euro sei mehr als nur ein System fester Wechselkurse, er sei eine Einheitswährung. „Wird ein Teil davon herausgebrochen, nimmt der Währungsraum als ganzes Schaden, weil seine Integrität in Frage gestellt wird.“
Gegen griechische Reparationsforderungen
Moscovici stellte Athen ein Entgegenkommen in Aussicht, sollte sich die Regierung kooperationsbereit zeigen. Allen Beteiligten sei klar, „ein mögliches drittes Rettungspaket muss anders aussehen als seine Vorgänger“, sagte der EU-Kommissar.
Im Streit mit Griechenland über Reparationsforderungen stellte sich Moscovici hinter Deutschland. „Es ist überhaupt nicht zielführend, die Vergangenheit für politische Zwecke in der Gegenwart zu missbrauchen“, sagte er.
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Die griechische Regierung hatte von Deutschland Reparationszahlungen aus dem Zweiten Weltkrieg gefordert und diese Diskussion mit den Verhandlungen über neue Rettungshilfen vermengt. Die Bundesregierung hält die Frage von Reparationen und Entschädigungszahlungen für rechtlich und
politisch abgeschlossen.
politisch abgeschlossen.
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