Schuldenkrise Griechenland gesteht ein: Troika-Ziele werden nicht voll erreicht
18.09.2012 ·
Die Troika bewertet derzeit das Reformprogramm Griechenlands.
Ihr Bericht ist Voraussetzung für die Auszahlung der nächsten Tranche
aus dem Rettungsprogramm. Griechenlands Finanzminister gibt bereits zu:
Vollständig werde das Land die Sparvorgaben nicht erfüllen.
Griechenland wird nach den Worten von
Finanzminister Yannis Stournaras seine Verpflichtungen gegenüber seinen
internationalen Geldgebern zur Reduzierung des Etatdefizits 2012 nicht
in vollem Umfange erfüllen. Das Primärdefizit im Etat, also ohne
Berücksichtigung von Zinszahlungen und Vermögensänderungen, werde im
laufenden Jahr bei 1,5 Prozent verglichen mit einem bisher erwarteten
Wert von einem Prozent liegen. Er fügte aber umgehend hinzu: „Der
Haushalt in diesem Jahr wird ziemlich nahe den von der Troika gesetzten
Grenzen liegen“.
Grund sei die tiefe Rezessíon: Ende 2014 werde die
Wirtschaftsleistung des Landes gegenüber dem Krisenbeginn um ein Viertel
gefallen sein, prognostizierte der Minister. „Die Rezession ist groß.
Wir befinden uns in ihrem fünften Jahr“, erklärte er.Tatsächlich schrumpft die griechische Wirtschaft seit Jahren. Für das laufende Jahr wird ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um sieben Prozent erwartet. Die Gewerkschaften haben für den 26. September zu einem Generalstreik aufgerufen. Für Montagnachmittag waren neue Beratungen zwischen Vertretern der Geber-Troika und der Regierung in Athen angesetzt.
Griechenlands Ministerpräsident Antonis Samaras hat zwei Jahre mehr Zeit für die Umsetzung der an das Sparpaket geknüpften Reformen gefordert. Damit hofft er, die wachstumsschädlichen Wirkungen der Strukturreformen und Sparmaßnahmen abzumildern. Eine Entscheidung über weitere Hilfen für das Land wird für Oktober erwartet.
Quelle: FAZ.NET
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/schuldenkrise-griechenland-gesteht-ein-troika-ziele-werden-nicht-voll-erreicht-11894275.html
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