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Dienstag, 12. März 2013

Wichtigste Ertragssäule der Bundesbank waren 2012 Zinserträge in Höhe von 11 (2011: 8,6) Milliarden Euro. Darin enthalten sind auch Einnahmen, die die Bundesbank im Zuge des Aufkaufs unter anderem griechischer Staatsanleihen erzielte. Gewinn mit griechischen Staatsanleihen


Wegen der Euro-KriseBundesbank überweist nur niedrigen Gewinn an Schäuble

 ·  660 Millionen Euro Überschuss wird die Bundesbank ans Finanzministerium überweisen für das vergangene Jahr. Das ist weniger als erhofft - und liegt an Milliardenrückstellungen wegen der Krise.
Hohe Rückstellungen wegen der Euro-Krise haben den Gewinn der Bundesbank im vergangenen Jahr abermals gedrückt. Der Überschuss legte 2012 im Vergleich zum Vorjahr zwar um 21 auf 664 Millionen Euro zu, teilte die deutsche Notenbank während der Vorlage ihrer Jahresbilanz mit. Finanzminister Wolfgang Schäuble bekommt damit aber das zweite Jahr in Folge weniger als geplant für den Staatssäckel. Er hatte ursprünglich mit einer Überweisung aus Frankfurt in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro kalkuliert. Für 2011 hatte die Bundesbank einen Gewinn von 643 Millionen Euro an den Bund überwiesen. 2010 gab es noch ein Plus von 2,2 Milliarden Euro in der Zentralbankbilanz.
Bundesbank-Präsident Jens Weidmann begründete den niedrigen Gewinn wie schon im vergangenen Jahr mit höheren Risiken der Zentralbank wegen der Euro-Krise. Die Bundesbank habe deshalb zusätzliche Wagnisrückstellungen in Höhe von 6,7 (2011: 4,1) Milliarden Euro gebildet. Insgesamt verfügt die Bundesbank damit nun über Rückstellungen von 14,4 Milliarden Euro. „Hiermit wird den Risiken in der Bundesbankbilanz angemessen Rechnung getragen“, erklärte Weidmann. Wichtigste Ertragssäule der Bundesbank waren 2012 Zinserträge in Höhe von 11 (2011: 8,6) Milliarden Euro. Darin enthalten sind auch Einnahmen, die die Bundesbank im Zuge des Aufkaufs unter anderem griechischer Staatsanleihen erzielte.

Gewinn mit griechischen Staatsanleihen

Die Euro-Krise stellt nach Weidmanns Worten nach wie vor das größte Risiko für die deutsche Konjunktur dar. „Der krisenbedingte Vertrauensverlust wurde bislang nur teilweise wettgemacht“ sagte Weidmann. Im weiteren Jahresverlauf rechnet er aber damit, dass die deutsche Konjunktur anzieht - wenn neue Vertrauensschocks ausbleiben.
Die deutsche Wirtschaft befinde sich trotz der Probleme in anderen Euroländern „in einem guten Zustand“. Zudem bestehe kein Grund für übermäßige Angst vor stark anziehenden Preisen. „Kurzfristig haben wir im Euro-Raum eher abnehmende Inflationsrisiken.“ Auf mittlere Sicht sei es deshalb umso wichtiger, dass keinerlei Zweifel an der Stabilitätsorientierung der europäischen Notenbanken aufkämen.

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