Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Montag, 16. Juni 2014

Argentinien ist mit einer Berufung gegen ein Urteil gescheitert, dass das Land zur Zahlung auf Alt-Schulden verpflichtet. Doch für die Gläubiger könnte es ein Phyrrhus-Sieg werden.


StaatsanleihenArgentinien scheitert mit Berufung gegen Zahlungsverpflichtung

Argentinien ist mit einer Berufung gegen ein Urteil gescheitert, dass das Land zur Zahlung auf Alt-Schulden verpflichtet. Doch für die Gläubiger könnte es ein Phyrrhus-Sieg werden.
© DPAVergrößernFür Staatspräsidentin Kirchner wird es eng
Des einen Freud, des anderen Leid: Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten hat die Berufung Argentiniens gegen ein Gerichtsurteil nicht zugelassen, wonach das südamerikanische Land Zinsen und Tilgung auf seine 2001 ausgefallenen Anleihen zahlen muss. Während dies Gläubiger von Alt-Anleihen wie den Hedgefonds Elliott Management, der das Urteil erreicht hatte, freuen muss, bangen Neu-Gläubiger nun um ihre Anlagen.
Denn Marktbeobachter befürchten, dass das Land sich eher abermals für zahlungsunfähig erklären wird, als dem Urteil nachzukommen. Am 30. Juni muss Argentinien Zahlungen auf eine 2033 fällige Anleihe leisten. Deren Kurs stand am Montag deutlich unter Druck. Auch die Kurse argentinischer Aktien fielen deutlich. Nach dem Gerichtsurteil muss das Land zwar nur 1,3 Milliarden Dollar zahlen, doch stehen noch weitere Forderungen von 13,7 Milliarden Dollar von Inhabern von Alt-Anleihen aus. Für die Gläubiger der Alt-Anleihen könnte es sich also durchaus um ein Phyrrhus-Sieg handeln.
Mehr zum Thema
Dabei schien Argentinien gerade auf die Füße zu kommen, nachdem sich das Land Ende Mai mit den Gläubigerstaaten des Pariser Clubs auf die Rückzahlung geeinigt und zur Zahlung von 7,2 Milliarden Euro bereit erklärt hatte. EU-Industriekommissar Antonio Tajani war mit einer Delegation von rund 50 Unternehmensvertretern aus elf EU-Ländern vor Ort gewesen, um Sondierungsgespräche über eine bilaterale Zusammenarbeit aufzunehmen. Zusammen mit dem Außenminister Héctor Timernman hatte Tajani in Buenos Aires die Europäische Handelskammer eingeweiht, die von den Handelskammern der EU-Staaten gebildet wurde.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen