Investoren nehmen Ratingagentur ins Visier
Creditreform weist Klage wegen Mox-Telecom-Rating zurück
Creditreform
Investoren der insolventen Mox Telecom haben die Creditreform Rating AG auf Schadenersatz verklagt.
Anleihegläubiger der insolventen Mox Telecom haben die Ratingagentur Creditreform auf Schadenersatz verklagt. Das erklärte die Kanzlei Ares, die laut eigenen Angaben zwei Kläger vertritt. „Das Vorgehen von Creditreform war grob fahrlässig“, meint Rechtsanwalt Simon Bender. Die Ratingagentur weist die Vorwürfe zurück.
Creditreform Rating hatte dem Telekommunikationsunternehmen, das im Jahr 2012 eine Mittelstandsanleihe über 35 Millionen Euro begeben hatte, in den Jahren 2012 und 2013 jeweils eine „stark befriedigende Bonität“ und ein Emittenten-Rating von BBB attestiert. Im Juni 2014 wurde dann bekannt, dass Mox Telecom mit Verbindlichkeiten von 73,2 Millionen Euro überschuldet und zahlungsunfähig ist.
Creditreform Rating hatte dem Telekommunikationsunternehmen, das im Jahr 2012 eine Mittelstandsanleihe über 35 Millionen Euro begeben hatte, in den Jahren 2012 und 2013 jeweils eine „stark befriedigende Bonität“ und ein Emittenten-Rating von BBB attestiert. Im Juni 2014 wurde dann bekannt, dass Mox Telecom mit Verbindlichkeiten von 73,2 Millionen Euro überschuldet und zahlungsunfähig ist.
Hätte Creditreform Schieflage bei Mox Telecom erkennen müssen?
Die Kanzlei Ares wirft der Creditreform vor, die Ratingagentur hätte die finanziellen Probleme des Kommunikationsdienstleisters kommen sehen müssen. „Trotz unzureichender und mit Auffälligkeiten versehener Geschäftszahlen und -daten“ hätte die Agentur ein „beschönigendes Rating“ erstellt. Sie hätte von einer Beurteilung der Kreditfähigkeit des Unternehmens stattdessen absehen müssen, sagt die Kanzlei.
„Die Creditreform hat die Anleger trotz Warnzeichen, magerer Informationen und wenig plausibler Geschäftszahlen mit ihrem Rating auf erkennbar dünnes Eis geschickt“, wirft Anwalt Philipp Neumann vor. „Für einen Fachkundigen hätte bereits nach Durchsicht der Geschäftsberichte mehr Zweifel als Glaube an der Mox Telecom AG aufkommen müssen“, ergänzt sein Kollege Simon Bender.
„Die Creditreform hat die Anleger trotz Warnzeichen, magerer Informationen und wenig plausibler Geschäftszahlen mit ihrem Rating auf erkennbar dünnes Eis geschickt“, wirft Anwalt Philipp Neumann vor. „Für einen Fachkundigen hätte bereits nach Durchsicht der Geschäftsberichte mehr Zweifel als Glaube an der Mox Telecom AG aufkommen müssen“, ergänzt sein Kollege Simon Bender.
Creditreform weist Vorwurf als „unbegründet“ zurück
Im Detail werfen die Anwälte der Ratingagentur unter anderem vor, sie hätte die Buchwerte von Mox-Tochtergesellschaften angesichts negativer Nachsteuerergebnisse und negativen Eigenkapitals anzweifeln müssen. Der Wert der Beteiligungen von Mox Telecom war zuletzt mit 20 Millionen Euro beziffert worden, so die Anwälte. Auch den häufigen Wechsel der zuständigen Prüfer halten Bender und Neumann für ein Alarmzeichen, das die Creditreform nicht angemessen gewürdigt habe: In den Geschäftsjahren 2011 und 2012 hätten sich insgesamt sieben Abschlussprüfer den Bilanzen des Unternehmens gewidmet.
Bei der Creditreform war die Klage bis zum Montag Nachmittag noch nicht eingegangen, wie ein Unternehmensvertreter gegenüber FINANCE erklärte. „Wir halten den Vorwurf aber für nicht begründet“, sagte Justiziar Thomas Riemann. „Wir sehen keine Kausalität zwischen dem von uns erstellten Rating und dem eingetretenen Schaden“, so Riemann weiter. Trotz sorgfältiger Bearbeitung sei die Entwicklung nicht vorhersehbar gewesen. „Wir haben uns nichts vorzuwerfen.“
florian.bamberg[at]finance-magazin.de
Bei der Creditreform war die Klage bis zum Montag Nachmittag noch nicht eingegangen, wie ein Unternehmensvertreter gegenüber FINANCE erklärte. „Wir halten den Vorwurf aber für nicht begründet“, sagte Justiziar Thomas Riemann. „Wir sehen keine Kausalität zwischen dem von uns erstellten Rating und dem eingetretenen Schaden“, so Riemann weiter. Trotz sorgfältiger Bearbeitung sei die Entwicklung nicht vorhersehbar gewesen. „Wir haben uns nichts vorzuwerfen.“
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