Peter A. Fischer • Der Präsident der Europäischen
Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hat medienwirksam
erklärt, die Euro-Zone sei «irreversibel».
Für Investoren dürfe es sich deshalb nicht lohnen,
auf einen Zerfall des Euro zu spekulieren. Die EZB
wolle «Konvertibilitätsprämien», welche den Finanzmarkt
segregierten, zum Verschwinden bringen.
Deutlich weniger Beachtung fand Draghis Bemerkung,
wonach das dafür neu konzipierte Programm
zum Ankauf von Staatsanleihen «die Bedenken
wegen des Vorrangs adressieren» werde.
Gemeint war damit der bevorzugte Gläubigerstatus
der EZB. Viele private Gläubiger haben es bei
der Umschuldung Griechenlands gar nicht goutiert,
dass sie zur Vermeidung einer ungeordneten Staatsinsolvenz
in höhere Schuldenschnitte einwilligen
mussten, weil die EZB bei der Übung nicht mitmachte.
Damit wurde klar, dass es unterschiedliche
Gruppen von Gläubigern gibt und das Risiko, hohe
Schuldenschnitte verkraften zu müssen, umso grösser
wird, je mehr Anleihen die EZB kauft.
Um diesen unerwünschten Effekt zu beseitigen,
könnte die EZB theoretisch auf ihre Vorzugsbehandlung
einfach verzichten. Doch damit drohte
der Verrat am Verbot jeglicher Monetarisierung von
Staatsschulden. Ein Ausweg könnte allenfalls eine
Vereinbarung bieten, wonach Verluste, die der EZB
aus Schuldenschnitten erwachsen, von den Staaten
und nicht durch die elektronische EZB-Geldpresse
finanziert werden müssten.
So oder so verdeutlicht Draghis Bemerkung, dass
selbst in einem Euro-Raum, in dem es kein «Konvertibilitätsrisiko
» mehr gibt, weil der Euro «ewig»
ist, weiter mit dem Risiko von Schuldenschnitten gerechnet
werden muss. Das aber sollte sich in unterschiedlichen
Renditen von Staatsanleihen widerspiegeln.
Entsprechend spannend wird zu beobachten
sein, wie die EZB künftig die «richtige» Insolvenzprämie
bestimmen und entscheiden will, wann
nicht diese, sondern eine «Konvertibilitätsprämie»
sie zum «unabhängigen» Drücken der Zinskosten
der betroffenen Staatshaushalte «zwingt».
Für unsere Klagen ist das bedeutungslos, da die Hedgefonds ja auch weiterhin bedient werden...
AntwortenLöschenIm übrigen liegt es doch auf der Hand, dass man keine Euro Staatsanleihen mehr kaufen sollte!!!
Das haben wir alles der f... Merkel zu verdanken...