Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Montag, 16. März 2015

Ukraine-Krise Poroschenko fordert Boykott der Fußball-WM in Russland Vor seinem Treffen mit der Kanzlerin hat der ukrainische Präsident einen Boykott der Fußball-WM in Russland 2018 gefordert. Die Bundesregierung sichert der Ukraine weitere Hilfen zu. Außenminister Steinmeier stellt jedoch auch Bedingungen.

Ukraine-KrisePoroschenko fordert Boykott der Fußball-WM in Russland

Vor seinem Treffen mit der Kanzlerin hat der ukrainische Präsident einen Boykott der Fußball-WM in Russland 2018 gefordert. Die Bundesregierung sichert der Ukraine weitere Hilfen zu. Außenminister Steinmeier stellt jedoch auch Bedingungen.

© DPAVergrößernDer ukrainischen Staatschef Petro Poroschenko fordert vor seinem Treffen mit Angela Merkel einen Boykott der Fußball-WM im Russland.
Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat vor seinem Besuch in Berlin gefordert, Russland das Gastgeberrecht für die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 zu entziehen. Ein Turnier dort sei „undenkbar“, solange russische Soldaten in der Ostukraine kämpften, sagte er der „Bild“-Zeitung. „Ich denke, es muss über einen Boykott dieser WM gesprochen werden.“

Vorwürfe gegen Separatisten

Zugleich verlangte er eine Verlängerung der westlichen Sanktionen gegen Moskau mindestens bis zum Jahresende. Die von Russland unterstützten Separatisten würden die vereinbarte Waffenruhe in der Ostukraine nicht einhalten und wohl auch nicht alle schweren Waffen von der Frontlinie abziehen, beklagte Poroschenko. Die prowestliche Führung in Kiew befolge hingegen das am 12. Februar in Minsk beschlossene Friedensabkommen.
Poroschenko besuchte am Sonntag zum Auftakt einer Deutschland-Reise Dresden. Unter anderem ehrte er dort einen verwundeten Soldaten mit einem Orden. An diesem Montag trifft er in Berlin unter anderem Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Dabei dürfte es insbesondere um die wirtschaftliche Not des Landes gehen.

Reformen gegen Korruption

Unterdessen hat Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) der Ukraine weitere Hilfe aus Deutschland zur Stabilisierung des Landes versprochen. Zugleich mahnte er Poroschenko, die angekündigten Reformen auch in die Tat umzusetzen. Als Beispiele nannte Steinmeier den Kampf gegen die immer noch weit verbreitete Korruption und Maßnahmen für eine bessere Verwaltung.
Steinmeier sagte, die Waffenruhe im Osten der Ukraine sei immer noch „fragil“, aber sie halte an den meisten Orten. Auch beim Abzug von schweren Waffen gebe es Fortschritte. Der Außenminister fügte hinzu: „Wir dürfen jetzt nicht nachlassen. Wir müssen mit aller Kraft darauf hinarbeiten, das Erreichte zu stabilisieren und den Einstieg in den in Minsk vorgezeichneten politischen Prozess zu erreichen.“
Mehr zum Thema
Die Friedensvereinbarungen von Minsk, die unter Vermittlung von Deutschland und Frankreich zustande kamen, sind seit Mitte Februar in Kraft. Dazu gehört auch die Freilassung aller Gefangenen und der Abzug aller schweren Waffen aus der Region. In praktisch allen Bereichen ist man zeitlich im Verzug. Die prorussischen Separatisten und die ukrainischen Regierungstruppen beschuldigen sich gegenseitig, die Beschlüsse zu missachten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen