Zahltag in Athen
Von Markus Frühauf
Der griechische Staat ist handlungsunfähig.
Nach dem Misstrauensvotum
der Wähler sind Neuwahlen nötig.
Doch für die zweifelhafte Entscheidung,
eine nun fällige Anleihe über 435
Millionen Euro vollständig zu tilgen,
fühlt sich die geschäftsführende Regierung
ausreichend handlungsfähig. Während
die meisten Gläubiger beim Schuldenschnitt
über 107 Milliarden Euro
deutliche Verluste erlitten, belohnt
Athen nun ausgerechnet die Hedgefonds.
Diese hatten sich gezielt mit der
vor zehn Jahren nach internationalem
Recht begebenen Anleihe eingedeckt
und kamen auf eine Mehrheit von zwei
Drittel des Nennwerts, mit der sie eine
nachträgliche Änderung der Anleihebedingungen
verhindern konnten. Wer
zum richtigen Zeitpunkt eingestiegen
ist, darf sich nun über eine Rendite von
50 Prozent freuen. Nicht nur die Gläubiger,
die sich am Schuldenschnitt beteiligt
haben, dürfen sich nun über den
Tisch gezogen fühlen, sondern auch
der Steuerzahler in Europa. Denn sie finanzieren
die regelmäßigen Überweisungen
nach Athen. In der Vorwoche
waren es zum Beispiel 4,2 Milliarden
Euro. Davon fließt nun mehr als ein
Zehntel in die Taschen der Hedgefonds.
FAZ Mi 16.5.2012 S 20
Die Schreiben immer das, was fette Merkel lesen will.
AntwortenLöschenIch hab den Scheiß schon lange abbestellt.
Schmeißt die FAZ weg und kauft euch lieber die Bild! Da sind auch schönere Fotos drin...
Die Qualität des Journalismus ist da auch besser als in der viel gerühmten FAZ.