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Mittwoch, 16. Mai 2012

Staatspräsident warntStürmen die Griechen ihre Banken?

Staatspräsident warntStürmen die Griechen ihre Banken?

Die chaotische politische Lage in Griechenland hat ernste Konsequenzen - immer mehr Griechen heben aus Angst vor der Zukunft ihr Geld von den Banken ab. Staatspräsident Karolos Papoulias warnt vor einer Tragödie.


Um die griechischen Banken ist es schlecht bestellt. In der Krise heben viele Sparer ihr Geld ab. Quelle: dapd
Um die griechischen Banken ist es schlecht bestellt. In der Krise heben viele Sparer ihr Geld ab. Quelle: dapd
AthenDie zerfahrene politische Lage in Griechenland stürzt die Griechen nach den Worten von Staatschef Karolos Papoulias in tiefe Unruhe: Am Montag seien 700 Millionen Euro von den Banken des Landes abgehoben worden, berichtete Papoulias am Dienstag unter Berufung auf Staatsbankchef Georgios Provopoulos. Der Staatsbankchef habe ihm erklärt, dass die Lage der Banken "sehr schwierig" und das Banksystem "derzeit sehr schwach" sei.
 

Provopoulos habe ihn gewarnt, dass die Lage sich in den nächsten Tagen noch verschärfen werde. Derzeit bestehe zwar noch keine Panik, "doch es bestehen viele Ängste, die in Panik umschlagen könnten", sage Papoulias. Die gescheiterten Versuche zur Regierungsbildung in Griechenland hatten Sorgen über die Zukunft des Landes in der Eurozone ausgelöst. Im Juni soll es Neuwahlen geben.
Neuwahlen in Griechenland im Juni

Video Linke dürfte Gewinner von Neuwahlen sein

Nach dem Scheitern aller Gespräche über eine Regierungsbildung muss im pleitebedrohten Griechenland neu gewählt werden. Als wahrscheinlicher Wahltermin gilt der 17. Juni. Am heutigen Mittwoch soll über die Bildung einer Interimsregierung beraten werden. Die Finanzmärkte reagierten am Dienstag schockiert auf die Nachrichten aus Athen.
Beobachter gehen davon aus, dass bei Neuwahlen extrem linke und rechte Parteien weiter erstarken könnten. Aus der Abstimmung am 6. Mai war die linksradikale Syriza von Alexis Tsipras als zweitstärkste Kraft nach konservativer Nea Dimokratia und vor sozialistischer Pasok hervorgegangen. Tsipras will trotz drohenden Staatsbankrotts das Sparprogramm des Landes auf Eis legen.
Beobachter sprechen von einer Schicksalswahl. Damit werde die Zukunft des Landes auf Jahrzehnte hinaus bestimmt. Angesichts der finanziellen Turbulenzen gehe es auch um Euro oder Drachme, die alte Währung.
Staatspräsident Papoulias warnte, dass Griechenland dringend eine neue arbeitsfähige Regierung benötige, um einen Staatsbankrott abzuwenden. Ohne internationale Hilfen ist das Land Ende Juni pleite.

1 Kommentar:

  1. Die sogenannte SYRIZA Partei ist keine eigenständige Partei, sondern ein Zusammenschluss mehrerer linkischer Parteien.
    Deshalb erhält sie bei Neuwahlen, auch als stärkste Kraft, keine zusätzlichen 50 Parlamentssitze!

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