Europa in Scherben: Droht Griechenland der „Euro-Tod“?
05.08.2012, 20:33 Uhr
Die Troika hat ihren Besuch in Griechenland beendet. Fazit der Experten: Athen muss sich stärker anstrengen. Indes werden die Gräben in Europa immer größer. An den Griechen solle ein Exempel statuiert werden, heißt es. 
Eine griechische Zehn-Drachmen-Münze neben einem griechischen Euro. Quelle: dpa
Athen/Berlin/HannoverGriechenland ist nach Einschätzung seiner internationalen Geldgeber bei den Sparbemühungen vorangekommen, muss den eingeschlagenen Kurs aber konsequent fortsetzen. "Die Gespräche liefen gut, wir haben Fortschritte gemacht", sagte der Chef der IWF-Delegation, Poul Thomsen, am Sonntag nach einem Treffen im griechischen Finanzministerium zum Abschluss des Troika-Besuchs. Für ein abschließendes Urteil zur Lage des Landes wollen die Experten im September erneut nach Athen reisen.
Wie aus dem Finanzministerium in Athen verlautete, war die Stimmung bei den Gesprächen "gut". Die griechische Regierung muss nun in den kommenden Tagen Details zu den von der Troika geforderten Maßnahmen erarbeiten und den Vertretern bis Ende kommender Woche einen entsprechenden Bericht schicken. Für Montag und Dienstag ist ein Treffen von Ministerpräsident Antonis Samaras mit seinen Koalitionspartnern vorgesehen.
Griechenlands Finanzminister Stournaras zufolge sind die kommenden Wochen "entscheidend für das Überleben des Landes". Zwar hätten die Griechen schon "große Opfer" gebracht, sagte er der Zeitung "Ethnos". Wenn die zugesagten neuen Kürzungen nicht umgesetzt würden, drohten dem Land aber der Bankrott und der Austritt aus der Eurozone.
Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras plant außerdem, Ende August zu Gesprächen mit den beiden stärksten Euro-Partnern nach Berlin und Paris zu reisen. Dieser Plan wurde der dpa in Athen aus dem Umfeld des Regierungschefs bestätigt. Laut griechischen Medienberichten geht es bei der Samaras-Reise darum, einen „schnellen Euro-Tod“ Griechenlands abzuwenden. Den Verantwortlichen sei bewusst, dass es in Berlin einen „Grexit“-Plan gebe - einen Plan für den Austritt Griechenlands aus der Eurozone.
In Deutschland verschärfte der bayerische Finanzminister Markus Söder (CSU) den Ton und forderte einen griechischen Euro-Austritt bis Ende des Jahres. "An Athen muss ein Exempel statuiert werden, dass diese Euro-Zone auch Zähne zeigen kann", sagte er der "Bild am Sonntag". Italiens Regierungschef Mario Monti warnte derweil vor einem Auseinanderdriften der Euro-Zone.
Söder rechnet für den Fall eines Verbleibs Griechenlands im Euro mit einem erheblichen wirtschaftlichen Schaden für Deutschland. Und er verwies auf die Signalwirkung für andere schuldengeplagte Euro-Länder wie Italien und Spanien: Diese müssten sehen, was passiert, wenn man seine Schulden nicht zahlt. Er fügte hinzu: „Irgendwann muss jeder bei Mama ausziehen, und die Griechen sind jetzt so weit.“
Die SPD reagierte empört auf Söders Äußerungen. „Markus Söder ist und bleibt ein gewissenloser Krawallmacher“, sagte Vize-Fraktionschef Joachim Poß. Söders neueste Äußerungen ignorierten die enormen Kosten und Gefahren für die gesamte Eurozone.
http://www.handelsblatt.com/politik/international/europa-in-scherben-droht-griechenland-der-euro-tod/6964996.html
Wie aus dem Finanzministerium in Athen verlautete, war die Stimmung bei den Gesprächen "gut". Die griechische Regierung muss nun in den kommenden Tagen Details zu den von der Troika geforderten Maßnahmen erarbeiten und den Vertretern bis Ende kommender Woche einen entsprechenden Bericht schicken. Für Montag und Dienstag ist ein Treffen von Ministerpräsident Antonis Samaras mit seinen Koalitionspartnern vorgesehen.
Griechenlands Finanzminister Stournaras zufolge sind die kommenden Wochen "entscheidend für das Überleben des Landes". Zwar hätten die Griechen schon "große Opfer" gebracht, sagte er der Zeitung "Ethnos". Wenn die zugesagten neuen Kürzungen nicht umgesetzt würden, drohten dem Land aber der Bankrott und der Austritt aus der Eurozone.
Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras plant außerdem, Ende August zu Gesprächen mit den beiden stärksten Euro-Partnern nach Berlin und Paris zu reisen. Dieser Plan wurde der dpa in Athen aus dem Umfeld des Regierungschefs bestätigt. Laut griechischen Medienberichten geht es bei der Samaras-Reise darum, einen „schnellen Euro-Tod“ Griechenlands abzuwenden. Den Verantwortlichen sei bewusst, dass es in Berlin einen „Grexit“-Plan gebe - einen Plan für den Austritt Griechenlands aus der Eurozone.
In Deutschland verschärfte der bayerische Finanzminister Markus Söder (CSU) den Ton und forderte einen griechischen Euro-Austritt bis Ende des Jahres. "An Athen muss ein Exempel statuiert werden, dass diese Euro-Zone auch Zähne zeigen kann", sagte er der "Bild am Sonntag". Italiens Regierungschef Mario Monti warnte derweil vor einem Auseinanderdriften der Euro-Zone.
Söder rechnet für den Fall eines Verbleibs Griechenlands im Euro mit einem erheblichen wirtschaftlichen Schaden für Deutschland. Und er verwies auf die Signalwirkung für andere schuldengeplagte Euro-Länder wie Italien und Spanien: Diese müssten sehen, was passiert, wenn man seine Schulden nicht zahlt. Er fügte hinzu: „Irgendwann muss jeder bei Mama ausziehen, und die Griechen sind jetzt so weit.“
Die SPD reagierte empört auf Söders Äußerungen. „Markus Söder ist und bleibt ein gewissenloser Krawallmacher“, sagte Vize-Fraktionschef Joachim Poß. Söders neueste Äußerungen ignorierten die enormen Kosten und Gefahren für die gesamte Eurozone.
- Seite 1: Droht Griechenland der „Euro-Tod“?
- Seite 2: Athens Barmittel werden knapp
- Seite 3: Monti: Regierungen müssen Parlamente erziehen
- Seite 4: De Guindos: Kein Handlungsbedarf für Spanien
http://www.handelsblatt.com/politik/international/europa-in-scherben-droht-griechenland-der-euro-tod/6964996.html









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