AbwicklungspläneEU drängt auf Schließung griechischer Banken
08.06.2012, 06:50 Uhr
Griechenlands
Finanzbranche liegt am Boden - und nur wenige Experten glauben daran,
dass sie wieder auf die Beine kommt. Darum drängt die EU-Kommission nun
darauf, einige Institute abzuwickeln.
Einige griechische Geldinstitute stehen vor dem Aus. Quelle: AP
AthenDie
EU-Kommission drängt Griechenland Insidern zufolge zur Schließung
einiger Banken. Dazu könne auch die ATEbank gehören, das fünftgrößte
Geldhaus Griechenlands, erfuhr Reuters bei der EU am Donnerstag. "Wir
treten in eine neue Phase mit Griechenland Spanien und Portugal ein",
sagte einer der Insider. "Die ATEbank muss auf lange Sicht abgewickelt
oder geschlossen werden." Das gelte auch für einige andere Geldhäuser.
Das griechische Finanzministerium dementierte den Bericht.
Grundsätzlich ist es Aufgabe der
griechischen Zentralbank, angeschlagene Banken zu schließen. Die
EU-Kommission hat aber wegen der europäischen Hilfen für Griechenland
ein Mitspracherecht. Das erlaubt es, die Hilfsanfrage einer Bank
abzulehnen, falls die Kommission meint, eine Rettung sei zu teuer. Das
käme faktisch einer Abwicklung der Bank gleich.
Europäische Banken
Die
Kommission hat bislang in der Euro-Krise ihre Macht bei diesem Thema
kaum genutzt. Nur wenige Banken wurden abgewickelt. Sollte die
Kommission das Instrument jetzt in Griechenland nutzen, könnte das ein
Hinweis auf ein künftig aggressiveres Vorgehen gegen schwächelnde
Geldhäuser sein. Die Kommission könne ihre Befugnisse etwa auch bei
Banken in Spanien und Portugal wahrnehmen, sagte ein EU-Mitarbeiter.
Die ATEbank und die griechische Zentralbank wollten zu den Äußerungen aus den Kreisen keine Stellung nehmen.
Die ATEbank und die griechische Zentralbank wollten zu den Äußerungen aus den Kreisen keine Stellung nehmen.
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