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Freitag, 15. Juni 2012

Bankenverband IIF will Daumenschrauben für Griechen lockern

14.06.2012, 19:25

Bankenverband IIF will Daumenschrauben für Griechen lockern

WASHINGTON--Der internationale Bankenverband IIF setzt sich angesichts der schweren Wirtschaftskrise in Griechenland für eine Lockerung der Auflagen an das Land ein und sieht weitere Finanzhilfen als möglich an. Deren Volumen könnte bis zu 200 Milliarden Euro erreichen.


Das Institute of International Finance hatte stellvertretend für die Kreditinstitute die griechische Umschuldung ausverhandelt. In einem offenen Brief an führende Politiker ging an die Europäische Union die Mahnung, alles zu tun, um eine Ausweitung der Eurokrise zu einer globalen Wirtschaftskrise zu verhindern.


Die Zentralbanken forderte der Verband zu einer global koordinierten geldpolitischen Lockerung auf und schloss darin ausdrücklich die Europäische Zentralbank und die US-Notenbank ein.


Die kurzfristige Haushaltskonsolidierung soll nach den Vorstellungen des IIF europaweit weniger streng betrieben werden. Dazu sprach er sich für die Schaffung von Euro-Bonds bzw eines Tilgungsfonds aus. Auch weitere Forderungen des Internationalen Währungsfonds und der USA wie der Einsatz von EU-Mitteln für eine direkte Rekapitalisierung der spanischen Banken und Schritte in Richtung einer Bankenunion griff der IIF in dem Schreiben auf, das im Vorfeld des G-20-Gipfels kommende Woche in Mexiko veröffentlicht wurde.


Es sei lebenswichtig, die derzeitige Krise entschlossen zu bekämpfen. Dazu sei eine globale Abstimmung über Europa hinaus von besonderer Wichtigkeit.


Die Aussagen des IIF zu Griechenland können nach Einschätzung von Beobachtern an die Adresse der griechischen Wähler gerichtet sein, bei der Parlamentswahl am Sonntag für jene Parteien zu stimmen, die das Rettungspaket grundsätzlich unterstützen.


Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

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