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Freitag, 15. Juni 2012

Notenbanken bereit für Ernstfall nach Hellas-Wahl



Notenbanken bereit für Ernstfall nach Hellas-Wahl

Freitag, 15. Juni 2012, 11:50 Uhr
 
An office worker talks on his phone as he looks the stock board at the Australian Securities Exchange (ASX) building in central Sydney June 15, 2012. Asian shares edged up on Friday, and the euro held most of the previous session's gains, as nervous investors took comfort from plans for coordinated action by major central banks to stabilise markets if Sunday's election in Greece results in turmoil. REUTERS/Daniel Munoz (AUSTRALIA - Tags: BUSINESS)
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Washington (Reuters) - Die wichtigsten Notenbanken der Welt bereiten sich für schwere Marktturbulenzen nach der Schicksalswahl in Griechenland vor.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag von G20-Vertretern erfuhr, stehen die Zentralbanken für eine koordinierte Aktion zur Stabilisierung der globalen Finanzmärkte bereit. Um eine Kreditklemme zu verhindern, bereiteten sich die Notenbanker auf eine Versorgung der Finanzmärkte mit Liquidität vor. Der Ausgang der Parlamentswahl in Athen könnte Experten zufolge das Ende des Euros in Griechenland besiegeln, sollten sich die Spar- und Reformgegner durchsetzen.
An der Wall Street reagierten Händler mit Zukäufen auf die Nachricht. In New York bauten die wichtigsten Indizes ihre Gewinne aus. Der Euro gewann, während US-Staatsanleihen unattraktiver erschienen und abgestoßen wurden. Bundesbank und EZB waren zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
Weltweit laufen die Vorbereitungen für den Ernstfall namens "Grexit". Die Finanzminister der Euro-Zone wollen am Sonntagabend in einer Telefonkonferenz über das Ergebnis der Wahl beraten. Die Hauptsorge sei das Risiko von größeren Kapitalabflüssen, sollte sich radikale Linkspartei Syriza eindeutig durchsetzen, sagte ein Euro-Zonen-Vertreter. Syriza lehnt die Auflagen der internationalen Geldgeber ab, will das Land aber dennoch im Euro halten. Am Donnerstag bekräftigte Parteichef Alexis Tsipras seine Entschlossenheit, die Hilfsbedingungen nach einem Wahlsieg zu kippen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel verschob ihre Abreise zum G20-Gipfel im mexikanischen Los Cabos am Sonntag um etwa zwölf Stunden. Aus Regierungskreisen verlautete, die Verschiebung habe "terminliche und reisetechnische" Gründe. Mit Ergebnissen der Wahl wird am Abend gerechnet.
Um schweren Marktreaktionen entgegenzuwirken, sind auch Währungsinterventionen möglich. Japan und die Schweiz könnten eingreifen und ihre Währungen schwächen, sollten Anleger auf der Suche nach einem sicheren Hafen den Wert von Franken und Yen in die Höhe treiben.
Ein G20-Vertreter sagte Reuters, abhängig von der Heftigkeit der Reaktionen könnte am Montag oder Dienstag ein Krisentreffen von Ministern der Gruppe der sieben größten Industriestaaten (G7) angesetzt werden. Per Telefon könnten die Notenbanker zugeschaltet werden. Der britische Finanzminister George Osborne erklärte zudem am Donnerstag, als Reaktion auf die Lage an den Kreditmärkten würden die Regierung in London und die Bank of England zusammen handeln und neue geldpolitische Instrumente einsetzen.
- von Stella Dawson und Lesley Wroughton

 http://de.reuters.com/article/idDEBEE85E00920120615

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