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Donnerstag, 7. Juni 2012

Papademos„Auch die radikale Linke ist gesprächsbereit“

Papademos„Auch die radikale Linke ist gesprächsbereit“

Öffentlich lehnt der Alexis Tsipras, Chef von Griechenlands radikaler Linken, die Bedingungen der EU-Kredite ab. Reine Ablenkung, sagt Regierungschef Papademos. Die Linke sei durchaus zur Kooperation bereit.


Regierungschef Papademos hält den Dialog mit der EU auch bei einem Wahlsieg der Linken für möglich. Quelle: dapd
Regierungschef Papademos hält den Dialog mit der EU auch bei einem Wahlsieg der Linken für möglich. Quelle: dapd
Kopenhagen/AthenNach Ansicht des bis vor kurzem amtierenden griechischen Staatschefs Lukas Papademos bleibt auch bei einem Wahlsieg der Linken in Griechenland die „Tür offen“ für Gespräche mit der EU. Alexis Tsipras der Parteiführer der linken Partei Syriza, vertrete gegenüber seinen Landsleuten zwar eine sehr radikale Sprache. „Aber wenn er mit ausländischen Politikern oder Diplomaten spricht, gibt er sich weitaus flexibler“, sagte Papademos am Rand der Tagung des Großbankenverbands IIF in Kopenhagen. 

Er ist im Parlament sehr aggressiv, und er seinen Anhängern verspricht er, die Bedingungen der EU für weitere Kredite rundweg abzulehnen“, sagte Papademos. „Aber gegenüber Ausländern betont er nur, dass man über die Bedingungen noch einmal reden müsse.“ Und damit unterscheidet sich Tsipras nach Auffassung von Papademos grundsätzlich gar nicht so stark von den Vertretern der etablierten Parteien. Denn auch die Führer der demokratischen Nea Dimokratia und der gemäßigt linken Pasok wollten über die Kreditbedingungen noch einmal reden – ein Standpunkt, der bei bei Philip Suttle, dem Chef-Ökonom des IIF, im übrigen durchaus auf Verständnis stieß, wie er bei einer Diskussion durchblicken ließ.
Griechenland
Die Einschätzung von Papademos bedeutet, dass auch bei einem Sieg der Radikalen die politische Entwicklung nicht eskalieren und so auf einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone, den die meisten Griechen ja ohnehin nicht wollen, hinauslaufen muss. Papademos rechnet mit einem sehr knappen Ausgang der Wahl am 17. Juni. Nach seiner Einschätzung haben die etablierten Parteien aber zurzeit einen leichten Vorsprung.
Während der griechische Staatschef in Kopenhagen weilt, ist die Arbeitslosigkeit in seiner Heimat auf ein Rekordhoch geschossen. Die Arbeitslosenquote stieg im März auf 21,9 Prozent von 21,4 Prozent im Vormonat, teilte das Statistikamt am Donnerstag mit. Sie ist damit doppelt so hoch wie der Durchschnitt der Euro-Zone. Nur in Spanien liegt der Wert noch höher.



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