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Mittwoch, 8. August 2012
Rekordverluste mit Griechenland Moody’s stuft griechischen Schuldenschnitt als einmalig ein
Rekordverluste mit Griechenland
Moody’s stuft griechischen Schuldenschnitt als einmalig ein
maf. FRANKFURT, 7. August. Einen der
höchsten Verluste in staatlichen Finanzkrisen
haben Anleger mit dem griechischen
Schuldenschnitt erlitten. Zu diesem Ergebnis
kommt die Ratingagentur Moody’s in
einer am Dienstag veröffentlichten Studie
zu staatlichen Zahlungsausfällen. Der mit
einem Forderungsverzicht verbundene Anleihetausch
Griechenlands habe den privaten
Gläubigern einen Verlust von 76 Prozent
verursacht. Das seien mehr gewesen
als im argentinischen Schuldentausch aus
dem Jahr 2005, der sich auf die im Ausland
gehaltenen Verbindlichkeiten bezogen
hatte. Damals hätten die Anleger 71
Prozent verloren.
Mit einem Volumen von 273 Milliarden
Dollar stelle Griechenland den größten
staatlichen Schuldentausch in der Geschichte
dar. Dieser Betrag liege deutlich
über den 144 Milliarden Dollar, auf die
sich die beiden Umschuldungen in der Argentinien-
Krise 2001 und 2005 belaufen
hätten, so Moody’s. In der Russland-Krise
1998 wurden Anleihen über insgesamt
Milliarden Dollar ausgetauscht. Laut Moody’s
hat es seit 1997 insgesamt 30 Umschuldungen
von 22 Ländern gegeben. Davon
seien in 37 Prozent der Fälle auf den
ersten Schuldentausch oder -schnitt weitere
Maßnahmen gefolgt. Der durchschnittliche
Verlust habe sich für die Anleger auf
47 Prozent belaufen, so Moody’s. Die
Bandbreite der Verluste reiche von 5 bis
95 Prozent. Diese statistischen Befunde
seien vergleichbar mit den Schuldenkrisen
im Unternehmenssektor.
Die häufigsten Maßnahmen seien die
Laufzeitenverlängerung und damit verbunden
die Reduzierung des Zinskupons gewesen.
Diese Instrumente seien in 81 Prozent
der staatlichen Schuldenkrisen angewandt
worden. Der Forderungsverzicht
wurde in 48 Prozent nötig. Griechenland
musste alle drei Instrumente einsetzen.
Der Forderungsverzicht von 54 Prozent
auf den Nennwert griechischer Anleihen
wird nur von Argentinien im Jahr 2005
übertroffen. Damals wurde der Nennwert
der Anleihen um 66 Prozent gekürzt.
FAZ 7(8).8.2012 Peintausgabe
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