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Sonntag, 19. Oktober 2014

Internationale Wirtschaftsexperten gehen bereits mit einer “Wahrscheinlichkeit von 75%” davon aus, dass Venezuela in den nächsten fünf Jahren seinen Verpflichtungen nicht nachkommen wird.

Mit Blick auf Zahlungsausfälle: Venezuela beschuldigen die USA

maduro
"Sozialismus des 21. Jahrhunderts" ist schon längst gescheitert (Foto: AVN)
Datum: 18Oktober 2014
Uhrzeit: 10:40 Uhr
Leserecho: 6 Kommentare
Autor: Redaktion
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Neckermann UrlaubsWelt
Trotz der Kriege im Nahen Osten und der Ukraine sinkt der Ölpreis seit Monaten. Diese Woche setzte sich der Abwärtstrend weiter fort. Nach Angaben des venezolanischen Ministeriums für Erdöl und Bergbau lag der Preis für ein Barrel (159 Liter) am Freitag (17.) bei 77,65 US-Dollar – 5,07 Dollar weniger als vor einer Woche. Der weltgrößte Ölexporteur Saudi-Arabien behauptet seinen Marktanteil, indem es die Ölproduktion unverändert belässt. Der Ölpreis hat ein Vier-Jahres-Tief erreicht und die absolute Monarchie in Vorderasien ist in der Lage, Gewinner und Verlierer im weltweiten Ölmarkt zu bestimmen. Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro Moros hat am Donnerstag (16.) den Schuldigen für den Einbruch der weltweiten Ölpreise analysiert und die USA dafür verantwortlich gemacht.
“Washington überschwemmt den Markt mit billigerem Schieferöl. Dadurch fallen die Preise und unter den Auswirkungen haben letztendlich Russland und die anderen ölproduzierenden Nationen zu leiden”, so Maduro in einer im TV übertragenen Kabinetts-Sitzung. “Die USA und ihre Verbündeten beeinflussen die Ölpreise und schädigen damit die Wirtschaft anderer Staaten”, bekräftigte das Staatsoberhaupt.
Obwohl Maduro am 9. Oktober behauptete, dass Venezuela genügend Ressourcen in Bolivar und Fremdwährung zur Erfüllung seiner in den kommenden Wochen anstehenden Verpflichtungen zur Verfügung habe, forderte er am nächsten Tag eine Dringlichkeitssitzung der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC). Diese wurde von einer Mehrheit der OPEC-Mitglieder allerdings abgelehnt. Internationale Wirtschaftsexperten gehen bereits mit einer “Wahrscheinlichkeit von 75%” davon aus, dass Venezuela in den nächsten fünf Jahren seinen Verpflichtungen nicht nachkommen wird.
“Die Regierung von Saudi-Arabien hat in ihrem eigenen Interesse entschieden, die Ölpreise niedrig zu halten. Dadurch halten sie ihren Anteil am Weltmarkt. Im Prinzip ist die aktuelle Situation ganz einfach. Die saudische Regierung fühlt sich vom boomenden Schieferöl-und Gassektor der USA bedroht. Nach maßgeblichen Studien erreicht die Schieferölproduktion in den USA 8,7 Millionen Barrel pro Tag und damit etwa eine Million Barrel pro Tag mehr als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig ist dies das höchste Niveau seit fast einem Vierteljahrhundert”, analysierten die Harvard University Ökonomen Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff.
Schätzungen gegen davon aus, dass Venezuela einen Ölpreise von etwa 115 US-Dollar pro Barrel benötigt. In ihrer grenzenlosen Naivität hat es das linksgerichtete Regime versäumt, sich ein zweites Standbein aufzubauen und ist wie kaum ein anderes Land von seinen Öl-Exporten abhängig. Die Wirtschaft taumelt seit Amtsantritt von Maduro am Abgrund und wird nur noch durch Milliarden-Kredite aus Russland und China am laufen gehalten.
Kuwaits Ölminister Ali al-Omair hat vorausgesagt, dass die Preise auf rund 77 Dollar pro Barrel fallen werden. Dies sind 38 Dollar pro Barrel weniger als Venezuela zum überleben braucht. Saudi-Arabien benötigt einen Ölpreis von 83,60 Dollar je Barrel, um seinen Haushalt auszugleichen. Die Regierung in Riad kann sich allerdings in ihrem Stuhl zurücklehnen: Die Zentralbank hat nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) Reserven in Höhe von 734,7 Milliarden Dollar angehäuft und Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate sind aus den gleichen Gründen wohl in der Lage, niedrigere Ölpreise über einen längeren Zeitraum zu verkraften.

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