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Dienstag, 18. September 2012

GeldpolitikWeidmann fordert offene Debatte über EZB-Kurs

GeldpolitikWeidmann fordert offene Debatte über EZB-Kurs

Der Bundesbank-Chef plädiert für einen öffentlichen Diskurs über den Kurs der EZB. Der beste Schutz gegen Versuchungen der Geldpolitik sei eine aufgeklärte Gesellschaft. Doch die EZB sieht mehr Transparenz skeptisch.

Bundesbank-Chef Jens Weidmann. Quelle: dapd
Bundesbank-Chef Jens Weidmann. Quelle: dapd
FrankfurtBundesbank-Präsident Jens Weidmann plädiert für eine öffentliche Debatte um den richtigen geldpolitischen Kurs in der Euro-Schuldenkrise. Es sei wichtig, „dass sich Notenbanker, die ein öffentliches Gut verwalten - stabiles Geld – auch öffentlich rechtfertigen“, sagte Weidmann am Dienstag laut Redetext in Frankfurt

Weidmann eröffnete das Kolloquium des Instituts für bankhistorische Forschung (IBF) mit der Forderungen nach mehr Information und Transparenz. „Der beste Schutz gegen die Versuchungen in der Geldpolitik ist eine aufgeklärte und stabilitätsorientierte Gesellschaft.“

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Weidmann stemmt sich vehement gegen Staatsanleihenkäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB). Die EZB hatte vor knapp zwei Wochen beschlossen, notfalls unbegrenzt Anleihen von Krisenstaaten wie Spanien und Italien zu kaufen, um so deren Zinslast zu drücken. Weidmann wurde von EZB-Präsident Mario Draghi als einziger Gegner des Programms öffentlich gemacht. Für Weidmann sind Anleihenkäufe zu nah an einer verbotenen Staatsfinanzierung mit Hilfe der Notenpresse.
Die Unabhängigkeit der Notenbanken diene „im Kern dazu, glaubwürdig sicherzustellen, dass sich die Geldpolitik ungehindert darauf konzentrieren kann, den Geldwert stabil zu halten“, sagte der Bundesbank-Präsident. „Durch den staatlichen Zugriff auf die Notenbank in Verbindung mit großem staatlichem Finanzbedarf wurde die Geldmenge jedoch häufig zu stark ausgeweitet, das Ergebnis war Geldentwertung durch Inflation.“


Mit der Forderung nach mehr Offenheit weiß Weidmann auch das eigene Institut hinter sich. In der Debatte über die Geheimniskrämerei der Europäischen Zentralbank hatte die Bundesbank am Montag für mehr Transparenz geworben. "Wir hätten kein Problem mit einer zeitnahen Veröffentlichung der Protokolle", versicherte ein Sprecher der Bundesbank.

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