Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Donnerstag, 7. November 2013

Von Singer lernen heisst Geld verdienen lernen.....

Hedgefonds springt in Celesio-Übernahme
Elliott meldet 12 Prozent - Akquisition des Pharmagroßhändlers dürfte für McKesson teurer werden - Auch bei Kabel Deutschland

schen
McKesson-Konzern bei der
milliardenschweren Übernahme
des Pharmagrossisten Celesio:
Der bekannte US-Hedgefonds Elliott
von Paul Singer hat sich mit
1 1,7 % bei dem Stuttgarter Unternehmen
engagiert.
Börsen-Zeitung, 7.11.2013

wb Frankfurt - Der Übernahmeprozess
für den Stuttgarter Pharmagroßhändler
Celesio wird kaum reibungslos
verlaufen.
Jetzt hat sich der
US-Hedgefonds Elliott mit einem
Stimmrechtsanteil gemeldet, der
den weiteren Prozess verteuern dürfte.
Elliott, wo Milliardär Paul Singer
die Strippen zieht, springt häufig
wieder in laufende Transaktionen,
um mehr von dem Käufer herauszuholen.
So ist man derzeit vor allem
bei Kabel Deutschland engagiert, die

Aktuelle Anteile von
Elliott in Deutschland
■ 10 ,9 1% an Kabel Deutschland
im aktuellen Börsenwert
von 900 Mill. Euro
■ 11,6 8 % an Celesio;
460 Mill. Euro
b 10 ,0 8 % an Terex Material
Handling (früher Demag
Cranes); 130 Mill. Euro
■ 10 ,0 0 % an Medion: 80 Mill.
Euro
b 2 0 ,16 % an Augusta: 50 Mill.

für 11 Mrd. Euro an Vodafone veräußert
wird. Bei Schüler, die an denAnlagenbauer
Andritz ging, hat sich Elliott
wieder verabschiedet.
Rechnerisch dürfte dem Hedgefonds
der Einstieg bei Celesio mehr
als 460 Mill. Euro wert gewesen
sein. Der Fonds hat jetzt 11,68% an
dem Stuttgarter Unternehmen, das
von der Citi beraten wird, offengelegt.
Hier beabsichtigt der US-Konzem
McKesson, rasch auf den
Cash-flow zuzugreifen und will mit
seinem Übemahmeangebot über 6,1
Mrd. Euro mindestens 75% erwerben.
Mit Haniel hatte sich McKesson
auf den Kauf von deren 50,01 % geeinigt
(vgl. BZ vom 25. Oktober).
Über 23 Euro
Der Angebotspreis liegt bei 23 Euro.
Die Aktie hat am 1. November
dieses Niveau überschritten. Mitte
voriger Woche gab es Spekulationen
im Handel, Elliott habe sich eingekauft.
Die 23 Euro entsprachen einer
Prämie von 39 % auf den volumengewichteten
Kurs der drei Monate vor
den ersten Übemahmespekulationen.
Gestern war die Luft raus, die
Aktie reagierte nur minimal.
Singer ist unter anderem dafür bekannt,
sich mit seinem Hedgefonds
Elliott bei vor der Übernahme stehenden
Unternehmen einzukaufen. Er
spekuliert dabei entweder auf ein höheres
Gebot oder eine Abfindung,
falls der Käufer die komplette Kontrolle
über das Unternehmen haben
will. Dass Elliott zu pokern versteht,
hat er unter anderem bei Epcos, die
Paul Singer
an TDK verkauft wurde, und besonders
mit Ausschöpfen rechdicher Mittel
beim Personaldiensdeister DIS
(heue Adecco) bewiesen. Auch bei
Demag Cranes (inzwischen Terex),
Medion (Lenovo) oder Augusta
(TKH) ist Singer engagiert. Bei Wella
(Procter & Gamble) hatte er sich
gegen die unterschiedliche Behandlung
von Vorzügen und Stämmen gestellt
- und verloren.
Zudem pocht Elliott als Halter von
Staatsanleihen Griechenlands und
Argentiniens auf vollständige Bedienung,
während andere Gläubiger
sich mit den Staaten auf Teilverzicht
geeinigt hatten
.

Die Strategien zahlen
sich aus: Elliott hat seit der Gründung
1977 im Schnitt 14% p.a verdient.
Nur 1998 und 2008 schloss er
im Minus.


Geschickt nutzt der Fonds, die
Chancen, die das Aktienrecht solchen
Anteilseignern bietet. Um eine
Firma integrieren zu können,, ist ein
Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag
erforderlich. Dieser
kann mit 75% der Präsenz in einer
Hauptversammlung beschlossen
werden.
Zum Schutz der ausstehenden
Aktionäre, die die Offerte nicht
annehmen, sieht der Gesetzgeber
das Angebot einer Barabfindung
und einer daraus abgeleiteten Garantiedividende
vor. Dafür ist aber
der Übernahmepreis nicht maßgeblich,
es muss vielmehr ein neues Bewertungsgutachten
vorgelegt werden,
das Wirtschaftsprüfer nach eigenen
Bewertungsgrundsätzen erstellen.
Preis und Bewertung
Profiaktionäre wie US-Hedgefonds
wissen die separate Bewertung
auszunutzen. Denn der von
den Prüfern ermittelte Wert ist oft
höher als der Übemahmepreis, mit
an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit
nicht niedriger. Vor allem
ist auch die ermittelte Garantiedividende
häufig attraktiv und erleichtert
die Spekulation auf eine
weitere Preiserhöhung. Nach gèltender
Rechtsprechung ist für die Abfindung
als Untergrenze der Dreimonatsdurchschnittskurs
vor Ankündigung
der Absicht zum Abschluss eines
Beherrschungsvertrages heranzuziehen.
Aufgrund dieses Verfahrens
zur Ermittlung der angemessenen
Abfindung können spekulative
Investoren fast sicher sein, kein Geld
zu verlieren. Diese Bestimmung eröffnet
weitere Renditechancen,
denn dort kommt meist ein Wert her-

Die Celesio-Aktie
seit ersten Übernahmegerüchten, intraday in Euro
2 4 ...................................................................................................................
1.10.2013
ISIN DE000CLS1001

© Börsen-Zeitung Quelle:Thomson Reuters
aus, der deutlich höher ist als die Dividenden,
die das Unternehmen vor
dem Vertrag zahlte. Das liegt daran,
dass der Untemehmenswert aus Dividenden-
und Wertsteigerungsanteil
besteht und nicht nur der Dividendenanteil,
sondern der gesamte Unternehmenswert
auf die einzelne Aktie
in der Form jährlicher Garantiezahlungen
umgelegt wird.
Wenn es einem Investor gelingt,
mehr als 5 % des Kapitals zu kontrollieren,
kann er schließlich den Squeeze-
out verhindern - oder eine Zusatzprämie
für die „Freigabe“, fordern.
Der deutsche Sonderweg bei Übernahme
erschwere öffentliche Übernahmen,
da das Bewertungsrisiko,
welches nach dem erfolgreichen Abschluss
des Übemahmeangebots kreiert
wird, bereits bei der Analyse der
Durchführbarkeit einer möglichen
Übernahme berücksichtigt werden
müsse. Das hatte Christian Kames,
Leiter M & A der Citi in Deutschland,
jüngst in der Börsen-Zeitung (vgl.
BZ vom 26. September) moniert.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen