Minsker VerhandlungenPutin forderte Kapitulation Tausender Soldaten
Ein Bericht der F.A.S. offenbart das Gezerre hinter den Kulissen von Minsk: Als Bedingung für die Feuerpause forderte Putin die Kapitulation der ukrainischen Regierungstruppen in der umkämpften Stadt Debalzewe. Merkel drohte mit dem Abbruch der Gespräche.
15.02.2015
Der Kessel von Debalzewe hat bei den Minsker Verhandlungen über einen Waffenstillstand die zentrale Rolle gespielt. Der russische Präsident Wladimir Putin wollte erst über einen Waffenstillstand verhandeln, wenn zuvor die ukrainischen Soldaten bei Debalzewe kapituliert hätten, berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (F.A.S.).
Die Führer der Separatisten bestanden ebenfalls auf einer Kapitulation der Ukrainer. Bundeskanzlerin Angela Merkel, die zusammen mit dem französischen Präsidenten François Hollande die Verhandlungen mit Putin und dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko führte, drohte daraufhin mit dem Abbruch der Gespräche. Erst dann lenkte Putin ein, so die F.A.S.
Poroschenko nannte Bedingung inakzeptabel
In Debalzewe, einer kleinen Stadt in der Ostukraine, 70 Kilometer nordöstlich von Donezk, waren zuletzt 5000 Mann der ukrainischen Streitkräfte eingekesselt. Das ist fast ein Drittel der Soldaten, die Kiew derzeit an der Front hat, ein Sechstel aller Streitkräfte. Das schwächte die Verhandlungsposition des ukrainischen Präsidenten. Poroschenko sagte, die Bedingung Putins sei völlig inakzeptabel. Niemals werde er Debalzewe übergeben.
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Erst als Merkel die Geduld verlor und mit ihrer Abreise drohte, lenkten Putin und die Separatistenführer ein - allerdings nur unter der Bedingung, dass die Waffenruhe erst in der Nacht von Samstag auf Sonntag beginne. Merkel und Hollande war klar, dass die Russen auf diese Weise Zeit gewinnen wollten, um in Debalzewe einen Sieg zu erringen, berichtet die F.A.S. weiter. In den vergangenen Tagen wurden die Gefechte um Debalzewe mit großer Härte und zahlreichen Opfern geführt.
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