
Ex-Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann: Der Kirch-Prozess ist für ihn immer noch nicht abgeschlossen.Quelle: dpa
Josef Ackermann, der frühere Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, soll im Kirch-Prozess falsch ausgesagt haben. Dies berichtet dieBild am Sonntag. Das Blatt beruft sich auf einen vier Seiten langen Brief Ackermanns an die ermittelnde Staatsanwältin in München vom Januar. Im Umfeld von Ackermann wurde allerdings darauf verwiesen, dass der Brief kein Schuldeingeständnis ausdrückte.
Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen Ackermann, dessen Vorgänger als Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer und den aktuellen Co-Chef Jürgen Fitschen wegen des Verdachts des versuchten Prozessbetrugs. Das Verfahren ist eine aus Sicht der Bank unliebsame Folge eines zwölfjährigen Streits. Dieser sollte eigentlich nach einem Vergleich mit den Erben des verstorbenen Leo Kirch im Februar beendet sein. Die Bank zahlte damals 925 Millionen Euro, um alle Zivilverfahren beizulegen - und hoffte, damit auch die Münchner Staatsanwälte zu besänftigen, die seit drei Jahren ermittelten. Allerdings stellte die Staatsanwaltschaft ihre Arbeit nicht ein.
In dem Schreiben, über das die Bild am Sonntag jetzt berichtet, soll Ackermann zugeben, im Kirch-Prozess falsch ausgesagt zu haben. Er habe sich erst nach seinem Ausscheiden bei der Deutschen Bank gründlich mit dem Thema Kirch befassen können. Da habe er noch einmal sein Gedächtnis bemüht.
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Zugleich soll Ackermann der Deutschen Bank schwere Vorwürfe machen: Es sei möglich, dass er sich bei seiner Aussage im Schadenersatz-Prozess etwa von der Vorbereitung durch die Rechtsabteilung derDeutschen Bank habe beeinflussen lassen. Aus Zeitmangel habe er sich auf seine Berater verlassen.

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