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Donnerstag, 22. August 2013

Die amerikanische Notenbank Federal Reserve steuert zielstrebig auf eine Verringerung der Käufe von Staats- und Hypothekenanleihen zu. Das zeigt das Protokoll der Sitzung von Ende Juli. Unklar ist aber noch, ob die Fed schon im September mit der Verlangsamung beginnen wird.

GeldpolitikFederal Reserve steuert auf verringerte Anleihekäufe zu

 ·  Die amerikanische Notenbank Federal Reserve steuert zielstrebig auf eine Verringerung der Käufe von Staats- und Hypothekenanleihen zu. Das zeigt das Protokoll der Sitzung von Ende Juli. Unklar ist aber noch, ob die Fed schon im September mit der Verlangsamung beginnen wird.
Die amerikanische Notenbank Federal Reserve steuert zielstrebig auf eine Verringerung der Käufe von Staats- und Hypothekenanleihen zu. Im Offenmarktausschuss der Federal Reserve (FOMC) gibt es eine breite Zustimmung dafür, die Käufe von Staats- und Hypothekenanleihen vor Jahresende zu verringern und bis zur Jahresmitte 2014 einzustellen. Fast alle Mitglieder des Offenmarktauschusses (FOMC) waren mit dieser Charakterisierung der geldpolitischen Marschrichtung im Großen und Ganzen zufrieden, geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll der Sitzung vom Ende Juli hervor.
Bedingung dafür ist weiterhin, dass die Wirtschaft sich in etwa so entwickelt wie erwartet, also dass die Konjunktur sich im zweiten Halbjahr beschleunigt und die Arbeitslosenquote von zuletzt 7,4 Prozent weiter sinkt. Im ersten Halbjahr war die Wirtschaft nur um 1,4 Prozent gewachsen. Die Federal Reserve erwartet indes, dass die Belastungen durch die Sparpolitik der Bundesregierung in den kommenden Monaten nachlassen werden.

Uneinigkeit über den exakten Termin

Keine Einigkeit im Offenmarktauschuss gab es Ende Juli freilich darüber, wann genau denn man mit der Verringerung der Anleihekäufe beginnen will. Dabei spielt eine Rolle, dass manchen der Geldpolitiker die langfristigen Zinsen schon jetzt zu schnell steigen. Die Rendite auf Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit hatte in dieser Woche zeitweise 2,88 Prozent erreicht.
Einige wenige Mitglieder des Ausschuss mahnten Ende Juli darob zur Geduld, andere wenige sahen „bald“ eine Notwendigkeit, die Käufe ein wenig zu verringern. Ein Mitglied des FOMC, Esther George von der regionalen Fed von Kansas City, will die Käufe schon in naher Zukunft zurücknehmen. In Umfragen erwartet die Mehrheit von Analysten an der Wall Street, dass die Fed schon bei der Sitzung am 17./18. September die Anleihekäufe von derzeit 85 Milliarden Dollar verringern wird.
Weitere Signale erhoffen sich Investoren von der geldpolitischen Konferenz der regionalen Federal Reserve Bank von Kansas City am Freitag und Samstag in Jackson Hole. Der Fed-Vorsitzende Ben Bernanke, der aller Wahrscheinlichkeit nach im Januar aus dem Amt scheiden wird, nimmt an der Konferenz freilich nicht teil.

Eine erste Zinsanhebung scheint in weiter Ferne

Die Federal Reserve sieht in einer schrittweisen Rücknahme des Tempos der Anleihekäufe kein Signal, dass auch der seit Dezember 2008 bestehende faktische Nullzins in absehbarer Zeit steigen soll. Die Notenbank zieht zwischen diesen beiden geldpolitischen Instrumenten eine scharfe Trennlinie. Im Offenmarktausschuss wird debattiert, ob die verbale „Führung“ der Zinserwartungen sogar noch gelockert noch gelockert werden soll. Bislang hat die Fed zugesichert, dass sie den Leitzins frühestens anheben will, wenn die Arbeitslosenquote 6,5 Prozent erreicht hat (und die mittelfristig erwartete Inflationsrate 2,5 Prozent nicht überschreitet).
Das Protokoll zeigt nun, dass in der Fed diskutiert wird, diese Schwelle der Arbeitslosenquote noch zu senken, was auf eine noch spätere erste Zinserhöhung hinausliefe. Eine Einigung zeichnete sich Ende Juli darüber aber nicht ab. Gemäß der Terminsätze an den Finanzmärkten wird der Leitzins Anfang 2015 etwa 0,5 Prozent betragen. Derzeit hält die Fed ihn bei 0 bis 0,25 Prozent.

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